Recap: Conversion Camp 2010

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conversion-campEins vorneweg: das Conversion Camp in Frankfurt war eine durch und durch gelungene Veranstaltung! Super Location, gute Orga, tolle Speaker – besser kann man das kaum machen!

Da Conversion Rate Optimierung nicht mein Spezialgebiet ist, werde ich hier versuchen, nur eine kurze Übersicht über die Vorträge zu liefern und zugleich auf die Leute verweisen, die meiner Meinung nach am Allerbesten was zu dem Thema sagen können: die Organisatoren André und Thorsten von Web Arts, der bereits eine schöne Recap mit sehr nützlicher Linkliste geschrieben hat.

Zum Line-Up:
Die Keynote von Raquel Hirsch (WiderFunnel) hat eine Sache besonders deutlich gemacht: die Leidenschaft für den Job, die absolut unerlässlich ist, um erfolgreich zu sein. Und die Bereitschaft, ständig zu testen und niemals, wirklich niemals davon auszugehen, dass man die beste Landingpage kreiert hat, „weil man eben aus Erfahrung weiß, wie sie aussehen muss“. Es war äußerst amüsant, als Raquel das Publikum entscheiden ließ, welche der beiden Landingpage-Alternativen wohl in der Realität am erfolgreichsten war, denn niemals was das Voting eindeutig. Und das bei einem Fachpublikum :-)

Einmal sollte der Hero Shot weggelassen werden, ein anderes Mal war er erfolgsentscheidend. Gerade das gefällt mir gut an der Disziplin CRO bzw. LPO, denn hier ist der Bezug zu SEO sehr eng: es gibt keine allgemeingültigen Aussagen, es muss immer das individuelle Projekt, der Kontext und die Zielsetzung betrachtet werden, um fundierte und gute Empfehlungen auszusprechen. Und eben: Tests, Tests, Tests!

Passend zum Thema stellte Stephen Pavlovich A/A-Tests vor. Was zunächst recht ulkig klingt, macht Sinn: die Landingpage sollte ausgiebig getestet werden, um sicher zu gehen, dass das System an sich funktioniert und ein Conversionverlust nicht einfach aus Schwächen der Plattform resultiert.

Ebenfalls zu beachten ist die Lead Time pro Produkt: selbstverständlich muss meine Testphase mindestens so lange sein wie die Zeit, die ein Kunde vom ersten Kontakt mit der LP bis zur Kaufentscheidung braucht. Gerade kostspielige Produkte sind hierfür ein Kandidat. Eine Einbauküche kauft man nunmal nicht innerhalb von fünf Minuten, daher wäre hier ein Testing über wenige Tage auch wenig sinnvoll.

Joachim Graf vom High Text Verlag stellte die deutsche Konversionsstudie 2009 vor, die zum Einen deutlich zeigt, dass uns der US-amerikanische Markt im Bereich CRO weit voraus ist. Hier sind die Conversionsraten deutlich höher als in Deutschland.

Interessant auch die Unterschiede in den einzelnen Branchen: während im Bereich „Elektronik“ die durchschnittliche Konversionsrate bei etwa 1,9% liegt, können in „Mode“ 6,8% erreicht werden. Das Benchmarking für Genussmittel liegt sogar bei 22%, für Health bei satten 30%. Leider ging Graf nicht darauf ein, wie genau diese Benchmarks ermittelt wurden, aber eins zeigt die Studie denoch: es ist immer noch verdammt viel Luft nach oben!

Patrick Schneider verwies auf einen Sachverhalt, den man bei der LPO immer im Hinterkopf haben sollte: ein gut gestalteter Verkaufsablauf entspricht dem mentalen Model des Users. Sprich: zunächst erhalte ich eine Preisinformation, da der Kunde sich diese Frage („Was kostet mich das?“) als Erstes stellt. Die Zahlungsmodalitäten hingegen sind zunächst nicht mental repräsentiert.
Süß fand ich die Kreativität beim Einsatz negativer Verstärker: wenn ich möchte, dass der Kunde zum teureren Produkt greift, muss ich das günstigere nur smart genug mies machen :-)

Sehr gut gefiel mir auch der Vortrag von conversiondoktor.de, der gerne noch eine Stunde länger hätte sprechen können. Er behandelte das Thema Conversion Killer und leitete den Vortrag mit dem verdammt sinnvollen Ausspruch ein: „Man muss die ganze Strecke beachten, nicht erst die Landingpage.“ Hier zeigt sich etwas, was ich auf dem Conversion Camp noch etwas vermisst habe, sicherlich aber das nächste Mal noch mehr hervorgehoben wird: die Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen (SEM, SEO, CRO, SMO…), um wirklich erfolgreich zu sein.

Wenn ich bereits viele potentielle Kunden im ersten Schritt von Marketingmaßnahme zu Landingpage verliere, dann muss hier das notwendige SEO/SEM/SMO-Verständnis gestärkt werden, um zielgerichteten Traffic zu generieren, die Relevanz der Landingpage zu garantieren etc.

Stefanie Rätz verwies noch einmal auf die Wichtigkeit, die interne Suche auszuwerten. Diese extrem nützlichen Informationen, die mir mein Besucher liefert, werden nach wie vor zu selten beachten und in den Optimierungsprozess einbezogen. Als Qualitätsfaktoren einer internen Suchfunktion nannte Stefanie unter Anderem die Fehlertoleranz, die Qualität und Anzahl der Synonyme und Wortzusammenhänge.

Thorsten Wilhelm von eResult regte dazu an, die Hypothesen, die dem Testen zugrunde liegen, vor dem Testing mit Kunden und Nutzern zu reflektieren. Natürlich ist das aufwändig, aber wie so oft im Leben ist doch auch hier die spannende Frage: „Stelle ich die richtigen Fragen? Kreiere ich passende Alternativen?“

heat-mapKai Radanitsch zeigt mit der stark fleckigen Heatmap der Post, dass es bei der LPO darauf ankommt, kurze Blickwege zu gestalten, dadurch das Design in den Hintergrund zu rücken und Platz zu haben, die konversionrelevante Microstory zu erzählen. Bei den einzelnen Elementen der LP ging er darauf ein, wie abhängig die einzelnen Faktoren voneinander sind: „Die Headline verkauft den Leadtext, der Leadtext verkauft das Produkt.“

Manuel Ressel von conversiondesign.de zeigt einige Best Practices, unter Anderem den Shop von Knicker Picker, der insbesondere im männlichen Publikum für Begeisterung sorgte. Bei Twitter stellte er dann heute richtig fest: Merke: Mehr halbnackte bewegte Frauen im Vortrag unterbringen.“

Der Vortrag von James Kalbach war superspannend, allerdings nicht direkt einfach zu verstehen, was daran lag, dass die Slides extrem vollgepackt und nicht leserlich waren. Er kommt wie Jakob Nielsen aus der Usability, der es ebenfalls nie hinbekommen hat, auf seiner eigenen Website Design und Funktionalität zu vereinen :-D Vielleicht ist das wirklich eine Schwäche, insbesondere der Usability-Gurus: was ich überall hervorragend empfehlen und verbessern kann, kommt bei mir selbst manchmal zu kurz. Kein Thema, das mir fremd ist :-)

Die Vorträge von Frenzel, Henrici und Ekman waren darart fesselnd, dass ich überhaupt nicht dazu gekommen bin, mir Notizen zu machen! Daher kann ich nur sagen: solltet Ihr die Möglichkeit haben, diese Speaker zu hören, dann tut es!

Ein schönes Schlusswort lieferte Jos Meijerhof, der böse Holländer von Google mit Beispielen, wann es KEINEN Sinn macht, die Landingpage zu optimieren.

Der Abend klang angenehm an der Cocktailbar aus. Da das Planum ja eindeutig dafür votiert hat, dass das nächste Conversion Camp zwei Tage dauern wird (ich möchte mich gerne hiermit schon anmelden), wird der Abend nächstes Jahr wohl noch länger werden ☺ Trotzdem habe ich viele neue und nette Leute kennengelernt und es hat Spass gemacht, mal aus den bekannten SEO-Zirkeln auszubrechen und neue Herangehensweisen kennenzulernen.

Abschließend noch einmal: vielen Dank und herzlichen Glückwunsch zum tollen Event an die Organisatoren! Weiter so!

Tweets zum #cc10 findet Ihr hier!

Sorry für fehlende Links, ich würde sehr gerne mehr Seiten verlinken, aber ich befinde mich gerade außerhalb jeglicher Zivilisation und freue mich schon drüber, dass ich trotz defektem Trackpad und mit Internet als Glücksspiel überhaupt was posten konnte :-) Kommt nach!


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Author: Astrid Kramer

1 Kommentar

  1. Mal gucken, ob es mir nächstes Jahr gelingt, bei diesem Heimspiel mitzumachen :)

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