Recap: Conversion Camp 2010

by Astrid Jacobi 3 September 2010 2 Comments

conversion-campEins vorneweg: das Conversion Camp in Frankfurt war eine durch und durch gelungene Veranstaltung! Super Location, gute Orga, tolle Speaker ‚Äď besser kann man das kaum machen!

Da Conversion Rate Optimierung nicht mein Spezialgebiet ist, werde ich hier versuchen, nur eine kurze √úbersicht √ľber die Vortr√§ge zu liefern und zugleich auf die Leute verweisen, die meiner Meinung nach am Allerbesten was zu dem Thema sagen k√∂nnen: die Organisatoren Andr√© und Thorsten von Web Arts, der bereits eine sch√∂ne Recap mit sehr n√ľtzlicher Linkliste geschrieben hat.

Zum Line-Up:
Die Keynote von Raquel Hirsch (WiderFunnel) hat eine Sache besonders deutlich gemacht: die Leidenschaft f√ľr den Job, die absolut unerl√§sslich ist, um erfolgreich zu sein. Und die Bereitschaft, st√§ndig zu testen und niemals, wirklich niemals davon auszugehen, dass man die beste Landingpage kreiert hat, “weil man eben aus Erfahrung wei√ü, wie sie aussehen muss”. Es war √§u√üerst am√ľsant, als Raquel das Publikum entscheiden lie√ü, welche der beiden Landingpage-Alternativen wohl in der Realit√§t am erfolgreichsten war, denn niemals was das Voting eindeutig. Und das bei einem Fachpublikum :-)

Einmal sollte der Hero Shot weggelassen werden, ein anderes Mal war er erfolgsentscheidend. Gerade das gef√§llt mir gut an der Disziplin CRO bzw. LPO, denn hier ist der Bezug zu SEO sehr eng: es gibt keine allgemeing√ľltigen Aussagen, es muss immer das individuelle Projekt, der Kontext und die Zielsetzung betrachtet werden, um fundierte und gute Empfehlungen auszusprechen. Und eben: Tests, Tests, Tests!

Passend zum Thema stellte Stephen Pavlovich A/A-Tests vor. Was zunächst recht ulkig klingt, macht Sinn: die Landingpage sollte ausgiebig getestet werden, um sicher zu gehen, dass das System an sich funktioniert und ein Conversionverlust nicht einfach aus Schwächen der Plattform resultiert.

Ebenfalls zu beachten ist die Lead Time pro Produkt: selbstverst√§ndlich muss meine Testphase mindestens so lange sein wie die Zeit, die ein Kunde vom ersten Kontakt mit der LP bis zur Kaufentscheidung braucht. Gerade kostspielige Produkte sind hierf√ľr ein Kandidat. Eine Einbauk√ľche kauft man nunmal nicht innerhalb von f√ľnf Minuten, daher w√§re hier ein Testing √ľber wenige Tage auch wenig sinnvoll.

Joachim Graf vom High Text Verlag stellte die deutsche Konversionsstudie 2009 vor, die zum Einen deutlich zeigt, dass uns der US-amerikanische Markt im Bereich CRO weit voraus ist. Hier sind die Conversionsraten deutlich höher als in Deutschland.

Interessant auch die Unterschiede in den einzelnen Branchen: w√§hrend im Bereich “Elektronik” die durchschnittliche Konversionsrate bei etwa 1,9% liegt, k√∂nnen in “Mode” 6,8% erreicht werden. Das Benchmarking f√ľr Genussmittel liegt sogar bei 22%, f√ľr Health bei satten 30%. Leider ging Graf nicht darauf ein, wie genau diese Benchmarks ermittelt wurden, aber eins zeigt die Studie denoch: es ist immer noch verdammt viel Luft nach oben!

Patrick Schneider verwies auf einen Sachverhalt, den man bei der LPO immer im Hinterkopf haben sollte: ein gut gestalteter Verkaufsablauf entspricht dem mentalen Model des Users. Sprich: zun√§chst erhalte ich eine Preisinformation, da der Kunde sich diese Frage (“Was kostet mich das?”) als Erstes stellt. Die Zahlungsmodalit√§ten hingegen sind zun√§chst nicht mental repr√§sentiert.
S√ľ√ü fand ich die Kreativit√§t beim Einsatz negativer Verst√§rker: wenn ich m√∂chte, dass der Kunde zum teureren Produkt greift, muss ich das g√ľnstigere nur smart genug mies machen :-)

Sehr gut gefiel mir auch der Vortrag von conversiondoktor.de, der gerne noch eine Stunde l√§nger h√§tte sprechen k√∂nnen. Er behandelte das Thema Conversion Killer und leitete den Vortrag mit dem verdammt sinnvollen Ausspruch ein: ‚ÄěMan muss die ganze Strecke beachten, nicht erst die Landingpage.‚Äú Hier zeigt sich etwas, was ich auf dem Conversion Camp noch etwas vermisst habe, sicherlich aber das n√§chste Mal noch mehr hervorgehoben wird: die Zusammenarbeit der einzelnen Disziplinen (SEM, SEO, CRO, SMO…), um wirklich erfolgreich zu sein.

Wenn ich bereits viele potentielle Kunden im ersten Schritt von Marketingmaßnahme zu Landingpage verliere, dann muss hier das notwendige SEO/SEM/SMO-Verständnis gestärkt werden, um zielgerichteten Traffic zu generieren, die Relevanz der Landingpage zu garantieren etc.

Stefanie R√§tz verwies noch einmal auf die Wichtigkeit, die interne Suche auszuwerten. Diese extrem n√ľtzlichen Informationen, die mir mein Besucher liefert, werden nach wie vor zu selten beachten und in den Optimierungsprozess einbezogen. Als Qualit√§tsfaktoren einer internen Suchfunktion nannte Stefanie unter Anderem die Fehlertoleranz, die Qualit√§t und Anzahl der Synonyme und Wortzusammenh√§nge.

Thorsten Wilhelm von eResult regte dazu an, die Hypothesen, die dem Testen zugrunde liegen, vor dem Testing mit Kunden und Nutzern zu reflektieren. Nat√ľrlich ist das aufw√§ndig, aber wie so oft im Leben ist doch auch hier die spannende Frage: ‚ÄěStelle ich die richtigen Fragen? Kreiere ich passende Alternativen?‚Äú

heat-mapKai Radanitsch zeigt mit der stark fleckigen Heatmap der Post, dass es bei der LPO darauf ankommt, kurze Blickwege zu gestalten, dadurch das Design in den Hintergrund zu r√ľcken und Platz zu haben, die konversionrelevante Microstory zu erz√§hlen. Bei den einzelnen Elementen der LP ging er darauf ein, wie abh√§ngig die einzelnen Faktoren voneinander sind: ‚ÄěDie Headline verkauft den Leadtext, der Leadtext verkauft das Produkt.‚Äú

Manuel Ressel von conversiondesign.de zeigt einige Best Practices, unter Anderem den Shop von Knicker Picker, der insbesondere im m√§nnlichen Publikum f√ľr Begeisterung sorgte. Bei Twitter stellte er dann heute richtig fest: ‚ÄěMerke: Mehr halbnackte bewegte Frauen im Vortrag unterbringen.”

Der Vortrag von James Kalbach war superspannend, allerdings nicht direkt einfach zu verstehen, was daran lag, dass die Slides extrem vollgepackt und nicht leserlich waren. Er kommt wie Jakob Nielsen aus der Usability, der es ebenfalls nie hinbekommen hat, auf seiner eigenen Website Design und Funktionalit√§t zu vereinen :-D Vielleicht ist das wirklich eine Schw√§che, insbesondere der Usability-Gurus: was ich √ľberall hervorragend empfehlen und verbessern kann, kommt bei mir selbst manchmal zu kurz. Kein Thema, das mir fremd ist :-)

Die Vortr√§ge von Frenzel, Henrici und Ekman waren darart fesselnd, dass ich √ľberhaupt nicht dazu gekommen bin, mir Notizen zu machen! Daher kann ich nur sagen: solltet Ihr die M√∂glichkeit haben, diese Speaker zu h√∂ren, dann tut es!

Ein schönes Schlusswort lieferte Jos Meijerhof, der böse Holländer von Google mit Beispielen, wann es KEINEN Sinn macht, die Landingpage zu optimieren.

Der Abend klang angenehm an der Cocktailbar aus. Da das Planum ja eindeutig daf√ľr votiert hat, dass das n√§chste Conversion Camp zwei Tage dauern wird (ich m√∂chte mich gerne hiermit schon anmelden), wird der Abend n√§chstes Jahr wohl noch l√§nger werden ‚ėļ Trotzdem habe ich viele neue und nette Leute kennengelernt und es hat Spass gemacht, mal aus den bekannten SEO-Zirkeln auszubrechen und neue Herangehensweisen kennenzulernen.

Abschlie√üend noch einmal: vielen Dank und herzlichen Gl√ľckwunsch zum tollen Event an die Organisatoren! Weiter so!

Tweets zum #cc10 findet Ihr hier!

Sorry f√ľr fehlende Links, ich w√ľrde sehr gerne mehr Seiten verlinken, aber ich befinde mich gerade au√üerhalb jeglicher Zivilisation und freue mich schon dr√ľber, dass ich trotz defektem Trackpad und mit Internet als Gl√ľcksspiel √ľberhaupt was posten konnte :-) Kommt nach!


2 Kommentare »

  • Loewenherz said:

    Mal gucken, ob es mir nächstes Jahr gelingt, bei diesem Heimspiel mitzumachen :)

  • Conversion Camp 2010 Recap / Conversion Design said:

    [...] Hubert Usabilty-Blog Hendrik Lennarz Explido Patrick Schneider Werner Aschenbrenner Gabriel Beck Astrid Staats [...]

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