Der Tag, an dem ich auf das Framing reinfiel

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Framing

Framing

In Zeiten, in denen nahezu täglich neue Online Marketing Disziplinen wie ASO oder CRO oder OKFEDAFS entwickelt oder geboren oder entdeckt oder neu entdeckt werden, würde ich mal so weit gehen, mich als alten Hasen der Branche zu bezeichnen. Zudem gehe ich rasend schnell auf die 40 zu und jeder braucht etwas, woran er sich festhalten kann. Ich beschäftige mich also seit ich denken kann (also seit Studienabschluss) mit Marketing und den Derivaten dieser großartigen, manchmal auch übel manipulativen und bösen und dafür ganz schön faszinierenden Disziplin.

So sollte man also meinen, dass meinereiner nicht mehr allzu schnell oder allzu leicht auf gewisse Marketingtricks reinfällt. Das Fatale am Neuromarketing ist jedoch, dass man darauf reinfällt, auch wenn man ganz genau weiß, was gerade um einen herum passiert! Selbst Alt-Meister Cialdini beschreibt anschaulich in seinem Vorwort zu Die Psychologie des Überzeugens, wie hart er doch daran arbeiten musste, NEIN sagen zu lernen.

Meinen jüngsten „Doh!“-Moment hatte ich beim Shoppen einer Sommerjacke. Nun sollte man wissen, dass ich zwar permanent verreise und dabei nach dem Man-lebt-nur-einmal-Prinzip nicht jeden Cent dreimal rumdrehe, seltsamerweise aber bei der Anschaffung von Klamotten & Co. durchaus Stunden mit Recherche verbringen kann. Und naja, auch, da ich eigentlich überhaupt keine Sommerjacke brauche. ES SEI DENN: sie ist dünn und lässig geschnitten und bequem und ein Allrounder und für meine Sardinienreise (da bin ich gerade) geeignet. Dann kann man mal zuschlagen!

Nun kaufe ich üblicherweise bei Amazon BuyVIP ein. Ja, ich stehe auf dieses Vorzeigeobjekt des Neuro Online Marketings. Dieses permanente: „Du hast nur noch zwei Sekunden, dieses Shirt zu kaufen!“ „Dieses Shirt könnte Dir gehören, wäre da nicht ein Anderer, der es gerade in den Warenkorb gelegt hat.“ „Davon gibt’s nur noch zwei Exemplare WELTWEIT (davon geht man als Kunde über kurz oder lang zwangsläufig aus), schlag zu!“ fordert mich heraus und vermittelt mir, OBWOHL ich es besser weiß!, dass ich hier an einer Quelle für ganz heißen Scheiß gelandet bin. Doch dieses Mal: Fehlanzeige. Keine Jacke für mich.

Wenn sich jedoch die Überzeugung in mein Gehirn gefressen hat, dass ein Urlaub ohne diese Jacke eine einzige Zumutung sein wird, muss diese Jacke her. Also habe ich mich bei Amazon umgesehen und bin auf folgendes gestoßen: (ja, auch das ist ein Amazonlink. Zum Einen hab ich nichts gegen das Geldverdienen, zum Anderen finde ich das irgendwie weniger heiß als Bilder zu kopieren und einzubinden. Ich habe eine ausgewachsene Abmahn-Paranoia!) Okay, diese Jacke erfüllt alle Bedingungen. Und sie gefällt mir zu 100%. Also, warum zörgern?

Zunächst mal sind Zweifel bei einem Schlagwort wie „80ies Style“ durchaus angebracht. Der Look der 80er kann rocken, er kann jedoch auch den eingefleischtesten Berliner Hipster in die Flucht schlagen. Daher war ich unsicher: Sieht das Ding nun geil aus oder mies? Ich entschied mich gegen einen Kauf.

Und dann setzte dieser ganze Neuromarketing-Kram mit voller Wucht ein! Zwei Tage später war ich wieder bei Amazon BuyVIP unterwegs und dort begegnete mir „Nymph“, die Marke dieser besagten Jacke, die mir bisher unbekannt war. Und schon schlug das Framing zu: wenn diese Marke bei Amazon BuyVIP gehandelt wrd, muss sie ja geil sein! Noch kurz einen Blick auf die Website von Nymph und den Models-sind-extrem-dünn-und-blass-Check gemacht, zurück zu Amazon und BÄM: gekauft! Und direkt nach dem Kauf ging mir folgende Frage durch den Kopf: könnte Amazon jede popelige Eigenmarke zu einer „Marke“ machen, in dem es die Waren bei Amazon BuyVIP anbietet, teuer versteht sich? Mal checken, wem Nymph gehört…

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Author: Astrid Kramer

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