Facebook konserviert User für die Ewigkeit

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Endlich mal wieder ein handfester Skandal um eine Social Media Plattform: Facebook hat seine AGB so geändert, dass es sich die Nutzungsrechte an allem, was die User veröffentlichen, auf alle Ewigkeit sichert, selbst, wenn der User sein Profil bei Facebook löscht. Nun ist das gerade für SEOs nicht unbedingt ein Problem: wohlüberlegte Posts, Links, gerne auch mal als tinyurl getarnte Affiliatelinks und Ähnliches bleiben bestehen, selbst wenn man auf die eigene Facebook-Identität keine Lust mehr hat und was Neues probieren will.

Problematisch wird die Kiste bei Usern, die Social Media Plattformen nicht als Marketinginstrument, sondern um ihrer selbst Willen nutzen (Ja, das gibt es auch noch). Gerade Nutzer, deren Medienkompetenz und Erfahrung im Umgang mit Web 2.0 Anwendungen nicht so stark ausgeprägt sind – sei es, weil sie nicht damit aufgewachsen sind, sei es im Hinblick auf fehlenden Weitblick (ich bin jung und wild, was interessiert mich ein Personalchef, bei dem ich in zwei, drei Jahren mal auflaufe?) – können hier aufs Glatteis geführt werden.

Spiegel online hat eine Übersicht über Social Media Plattformen und deren Umgang mit Nutzerdaten veröffentlicht. Wie facebook dabei abschneidet, muss ich nicht mehr gesondert erwähnen.

Lokalisten scheint ein kompliziertes, aber vollständiges Löschverfahren anzubieten, leider liegt hier die Schwachstelle des Artikels, weil das Procedere nicht deutlich beschrieben wird. Verlässt man sich auf das Fazit des Spiegel, kann man von Folgendem ausgehen: „Wer es schafft, sich abzumelden, löscht auch seine Beiträge. Der Nutzer gibt dem Betreiber bei weitem nicht so viele Rechte wie bei Facebook.“

In Hinblick auf MySpace kommen beim Leser des Artikels keine Zweifel auf: MySpace macht unkompliziert und vollständig Tabula Rasa – wer sich abmeldet, verschwindet gänzlich von der Bildfläche.

Der Artikel geht weiterhin darauf ein, wie Spin, StudiVZ, WKW und Xing mit den Nutzerdaten umgehen. Hier auffällig: als deutsches Unternehmen geht Xing verhältnismäßig weit. Hier behält Xing die Rechte an Foreneinträgen der User. Sie tauchen als Autoren weiterhin mit ihrem richtigen Namen auf, auch wenn sie ihr Profil bei Xing gelöscht haben.

Update: Facebook macht einen Rückzieher. Mehr dazu bei Spiegel online.

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Author: Astrid Kramer

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