Interviews zur SEOCruise 2013 | Part II

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Interviews zur SEOCruise 2013
…und hier der zweite Schwung SEOCruise-Speaker. Enjoy!
(hier gehts zu Part I der Interviews…)

1. Landkrankheit ist ein putziges Phänomen: man hat sich so lange auf einem Schiff aufgehalten, dass bei der Rückkehr der feste Boden an Land zu schwanken scheint. Der Körper hat das Schwanken auf See als Normalzustand abgespeichert und ist jetzt überrascht, wenn alles still steht!
Hier sehe ich eine Parallele zum Online Marketing: wir beschäftigen uns so intensiv mit diesem Thema, dass es manchmal schwer fällt wahrzunehmen, dass der große Bereich Marketing mit TV Spots und Printanzeigen ja auch noch existiert – und sogar bedeutend größer ist als wir!
Wie gehts Dir dabei? Unterschätzt Du die Ausmaße von klassischem Marketing? Oder gehören alle anderen Disziplinen mit zu Deinem Daily Business? Wenn ja: wo und wie informierst Du Dich?

Jens Tonnier: Als jemand, der ursprünglich aus der klassischen Werbung kommt, bin ich auch mit anderen Marketingdisziplinen entsprechend vertraut. Noch vor wenigen Jahren „fremdelten“ Werber mit der Online-Welt. Das hat sich zwischenzeitlich grundlegend geändert, Werbeagenturen betrachten Online als festen Bestandteil des Marketingmixes und integrieren es in ihre Konzepte.
Native Onliner tun sich hingegen manchmal schwer, ihre Sicht der Dinge auf die klassischen Medien zu erweitern, gelegentlich bleibt man schon im eigenen SEO-Sumpf stecken und vernachlässigt andere wichtige Kanäle wie z. B. E-Mail-Marketing oder Display. Dennoch erweitern reine Online-Marken zusehends ihre Marketingkonzepte auf die klassischen Medien, insbesondere zu TV gibt es gefühlt einen sehr starken Trend. Das Ziel ist es natürlich, seine Kunden auch dann mit den eigenen Werbebotschaften zu erreichen, wenn diese gerade nicht online sind. Einige Medien sind in ihrer Natur auch nach wie vor emotionaler oder glaubwürdiger als das Web und haben so entscheidende Vorteile bei der Markenbildung, andere sind häufig einfach nur kostengünstig.
Cross-Media ist keine Erfindung in Zeiten des Internets. Bereits zu „Analogzeiten“ erfolgte die Kundenansprache über verschiedene Medien an unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Situationen und zu verschiedenen Zeiten (Print, Radio, TV, Kino, Point-of-Sale, Plakate usw.). Ausgehend von einem Channel-übergreifenden Kampagnenkonzept setzen häufig auf einzelne Kanäle spezialisierte Unternehmen dieses Konzept für die jeweiligen Medien um. Nichts anderes machen Online-Dienstleister, es ist ihnen oft nur gar nicht so bewusst.
Eine Herausforderung hier ist natürlich, die Messbarkeit möglichst gut zu gewährleisten. Online-Marketing-Menschen sind hier sehr verwöhnt und es gewohnt alle User-Interaktionen bis ins letzte Detail messen zu können. Bei Cross-Media entstehen Medienbrüche, die nur eine bedingte Messbarkeit erlauben. Eigene Kampagnen-URLs und ein Abgleich von Trafficspitzen mit Sendeplätzen können hier z. B. Abhilfe schaffen.
Für den Informationsdurst bestehen ja bereits etablierte Medien wie W&V und Horizont, aber auch mal einen Blick in Marketing-Standardliteratur wie Meffert zu werfen ist sicherlich kein Fehler.

Alexander Schneekloth: TV und Print, aber auch Out Of Home sind die unumstrittenen Zugpferde der Kommunikations- & Werbebranche. Diese Zugpferde bieten für Marken tolle Lösungen für Reichweitenaufbau, hohe Impacts und Steigerung der Markenbekanntheit. Online Marketing hat andere Stärken, insbesondere die Aussteuerung auf spitze Zielgruppen und die umfangreiche Erfolgskontrolle sind Attribute die kein anderes Kommunikationsmedium so bietet. Wir können mit Recht stolz auf diese Möglichkeiten sein, dennoch sollten wir nicht vergessen, dass auch wir zur Kommunikations- & Werbebranche gehören. Als Online Marketer können wir hinsichtlich Kreativität, Storytelling, aber auch Struktur und Organisation viel von den Großen der Branche lernen. Ich wünsche mir mehr gegenseitige Wertschätzung für die Arbeit der Anderen und dass wir uns endlich als eine Branche begreifen. Denn am Ende möchte der Kunde nur eins: Die beste Kommunikationslösung für seine Zielstellung.

Arent Klaus: Da ich Marken betreue, die selber sehr stark vom Printgeschäft profitieren, ist das Thema immer zugegen. Jedoch ist das, kein Bereich den ich persönlich im Fokus habe. Er funktioniert und ist sehr berechenbar. Ich überlasse ihn aber gern den Spezialisten.

Dominik Wojzik: Oh Nein ich unterschätze diesen Bereich ganz und garnicht. Er ist unglaublich wichtiger Marketing Kanal und immer noch unglaublich wichtiger Branding Kanal. Man muss ja sehen, dass du bei TV Werbung meist ja die volle Aufmerksamkeit des Zuschauers bekommst. Somit fällt dir das „Ins Hirn hämmern“ wesentlich einfacher. Ich denke jeder von uns kann Jingles vor sich hinsummen und kennt noch genügend Werbeslogans.
Ich durfte auch TV Slots bei der Preissuchmaschine aussuchen und konnte sehr gut die Traffic Peaks bei Werbespots mitverfolgen. Leider war es die einzige Zeit wo ich TV Marketing Luft schnuppern durfte.
Der große Vorteil ist einfach ganz klar, dass man bei Online Marketing wesentlich granularer seine Marketing Performance messen und steuern kann. Allerdings kommt es immer auf das Produkt an sich drauf an ob und welchen Marketing Kanal man ansteuert. Die Marketing Verantwortlichen müssen ganz klar verstehen wo ihre Zielgruppe unterwegs ist und wie Sie diese am besten bzw. am performantesten erreichen können.
Ich informiere mich, in dem ich bei TV Werbung nicht wegzappe, sondern ganz explizit Sie mir anschauen und wer das mal macht, wird merken das unglaublich viele neue Online Unternehmen auch sehr gezielt TV Werbung einsetzen. Aber leider ist die Qualität der produzierten Werbespots viel zu schlecht. Ich denke da können wir von zum Beispiel Automobil Unternehmen (und deren Werbeagenturen) noch viel lernen.
Ich glaub viele Startups produzieren TV Spots, nur damit Sie einen TV Spot haben. Leider verstehen die wenigsten Unternehmen, dass man mit TV Werbung auch seine Online Marketing Aktivitäten potenzieren kann. Bei SEO halt Brand Searches z.B. und bei Social sein Virales Seeding. Aber es gibt auch positive Beispiele: Zalando, HRS oder Trivago haben das nötige Kleingeld in die Hand genommen und ganz klar TV Werbung in ihren Marketing Mix aufgenommen und das mit einem schlüssigen Konzept.
If you’re gonna do It, do It right!

Luis Hanemann: Wir bei Rocket Internet beschäftigen uns auch intensiv mit den Offline-Marketing Kanälen, aber nur schon die Bezeichnung „Offline-Marketing“ zeigt wo unser Schwerpunkt liegt. Kein klassischer Marketeer würde sich Offline-Marketing-Manager nennen. Wir haben die digitale Denke verinnerlicht und Online-Marketing ist das Zentrum von dem wir ausgehen und ergänzen dann gezielt mit Offline-Marketing Maßnahmen, wie beispielsweisen den legendären Zalando TV-Spots. Lasst euch überraschen was beim http://www.foodpanda.com/ noch kommt. Wir messen auch sehr genau den Impact den die einzelnen Marketingkanäle auf unsere KPIs haben, unabhängig ob On-oder Offline.
Für mich ist der Normalzustand digital zu denken und nehme dann immer wieder überrascht zur Kenntnis, dass viele Leute da draußen (noch) nicht so denken. Rocket ist sehr präsent in der Internet / Startup /Onlinemarketingszene. Unsere Beteiligungsfirmen sind auch vielen Endkonsumenten ein Begriff, doch gerade im Austausch mit älteren Leuten ist die Wahrnehmung der ganzen Internetbranche geschweige denn vom Online Marketing nicht vorhanden. Für mich ist es wichtig auch mal einen Schritt zurück zu treten und unser Tun und Handeln mit einem gewissen Abstand zu betrachten. Dann ist (Online)-Marketing eigentlich nicht wichtig. Hier sehe ich eine Parallele zum festen Boden ;)

Dominik Schwarz: „Brands sind die Lösung“ ist jetzt sicherlich nichts Neues und gehört (und selbst gesagt) haben wir SEOs das ja jetzt auch schon eine ganze Weile. Ich denke allerdings, dass kaum einem reinen SEO auch nur ansatzweise wirklich bewusst ist, wie stark die Macht einer Marke sein kann (und da schließe ich mich natürlich voll mit ein, ich habe selbst gerade erst angefangen zu begreifen, wie tiefgehend Marken die Spielregeln verändern können. Daher: Ja, reine SEOs können noch unheimlich viel von klassischen Marken- und Marketingexperten lernen. Ungefähr so viel, wie diese von uns lernen können.

Marcel Hollerbach: „Ich denke man kann es hier mit dem alten Spruch „Todgesagte leben länger“ halten. Die Werbemöglichkeiten im Internet werden immer granularer und das Targeting immer schärfer und treffsicherer. Hinzu kommt, dass auch im Bereich des Fernsehens immer mehr Nutzung in Richtung „on demand“ Services geht und über den Absatz von Print brauchen wir nicht zu reden. Was dabei verloren geht ist tatsächlich die Möglichkeit breite Branding Kampagnen auf einem Massenmedium umzusetzen. Ich prophezeie daher hiermit das Comeback von „Gieskannen Werbeformaten“ wie Ströeer Plakatwerbung und Radio Jingles, wenn sich herumgesprochen hat, dass durch eine starke Brand (fast) alle Onlinemarketing Kanäle profitabler werden.“

2. Über das Flagschiff Google wurde in der letzten Zeit viel geschrieben und diskutiert. Einige befürchten, dass Google überhaupt nicht mehr das Schiff ist, dass uns zu Information A oder B fährt, sondern das sich zu einer eigenen Insel entwickelt, auf der sich autark das gesamte Online-Leben abspielt. Was glaubst Du: wo geht die Fahrt hin? Oder fährt Google schon gar nicht mehr?

Jens Tonnier:
Das Flaggschiff Google ist freilich inzwischen ein schwerer Tanker geworden, dem es schwerer fällt schnelle Manöver zu fahren und der nicht mehr die Erotik einer Sportyacht hat. Aber es ist immer noch ein Schiff, und zwar ein sehr Großes, das auch durchaus mal einem Eisberg stand halten könnte. Google wird sich aber wohl die Weltmeere zusehends mit anderen Schiffen teilen müssen. Und zur Landratte werden. Die Leichtmatrosen in den Google X Labs haben mit ungewisser Online-See nicht mehr ganz so viel am Hut, sondern beschäftigen sich lieber mit sehr viel konventionelleren Technikfeldern.
Die EU-Schifffahrtsministerien haben ohnehin schon ein Auge auf die vielen Bruttoregistertonnen geworfen und denken im stillen Kajütchen wohl auch über deren Reglementierung und Verteilung nach.

Arent Klaus: Ich bin da etwas Zwiegestalten. Als Nutzer der Suchmaschine finde ich die Entwicklung gut und auch sinnvoll. Was gibt es denn Besseres als bei Google etwas einzugeben und man erhält die Antwort sofort. Ohne die Seite verlassen zu müssen. Wenn ich Bilder suche, will ich sie direkt aus Google ziehen können und nicht erst etliche andere Seiten aufsuchen, wieder zurück zu Google gehen und dann erneut eine andere Seite aufsuchen. Auf der anderen Seite sehe ich die Entwicklung für Seitenbetreiber eher kritisch. Wenn man zum Shoppen nicht mehr die Seite ansteuern muss oder der Traffic über die Google Universal Search ausbleibt, kann das dem einen oder anderen seine Existenz kosten. Dass wir uns alle so abhängig von Google machen, ist aber auch unsere eigene Schuld. Es gibt durchaus Geschäftsmodelle, die auch ohne Google auskommen.
Wo die Fahrt hingeht, ist, denke ich, leicht zu beantworten. Google wird zum Portal, für alle möglichen Situationen. Egal ob Flugsuche, Versicherungsvergleich, Online-Shopping oder alle anderen vorstellbaren Tätigkeiten im Internet. Früher oder später wird Google alles abdecken (wollen).

Leo Kobes: Ach so Go with the Flow ;) Wir werden uns sicher durch die immer Kurvige Google strecke beeinflussen lassen da wir ja Sieger sein möchten am Ende des Tages. Ob die Strecke die Google uns Kurvig macht, die strecke ist die wir ablegen müssen um am Ende des Tages einen Gewinn(ner) zu sein?

Dominik Wojcik: Google = Aktien Gesellschaft = Aktionärserwartungen = Mehr Geld verdienen
Leider hat Google einfach an der Qualität der letzten Jahre bei ihren Produktlunches stark nachgelassen. Aber es reicht immer noch um Marktführer mit weitem Abstand zu bleiben. Aber hey Google ist nur eine Webseite, es ist nicht das verdammte Internet. Wenn Google es schafft seine User so zu vergräzen, dass der User gezwungen ist, sich nach einer anderen Suchmaschine umzuschauen. Leider reichen diese kleinen Eingriffe nicht aus um die kritische Masse zu mobilisieren.
Als SEO sollte man grundsätzlich sich mit anderen Marketing Kanälen befassen. Klar SEO ist und war einer der günstigsten Marketing Kanäle allerzeiten! Aber so ist das nun mal, wenn es irgendwas unglaublich billig gibt, dann stürzen sich alle drauf und versuchen da soviel wie möglich für den persönlichen Vorteil rauszuziehen. Deswegen sollten SEOs versuchen sich nicht nur ihren Kanal zu konzentrieren, sondern auch sich weiterentwickeln. SEO ist ein toller und komplexer Marketing Kanal und jeder der SEO verstanden hat und umsetzen kann, bietet ein super Potenzial sich auch in andere Marketing Kanäle einzuarbeiten. 

Marcel Hollerbach: Google ist auf der einen Seite (vor allem in Deutschland) ein sehr dominanter Player im Bereich Search, bekommt aber in anderen Bereichen nicht richtig PS auf die Straße. Im Bereich Mobile wurde mit Motorolla versucht mit dem Wettbewerb Schritt zu halten. Jetzt werden dort massenhaft Leute entlassen. Das Projekt Android hat für Google auch so seine Tücken. Die Verbreitung ist zwar hoch, aber Anbieter wie Samsung werfen (kleiner Reminder: Android ist OpenSource) einfach alle Google Features heraus und bauen ihre eigene Version von der Google nichts hat.
Das Google im Segment Social auch akuten Nachholbedarf hat ist kein Geheimnis und der Erfolg von Google+ ist nicht unbedingt garantiert. Im Bereich E-Commerce generiert Ebay ca. 1Mrd Suchanfragen monatlich, Amazon 500 Millionen und Google lediglich 100 Millionen. Auch hier ist noch Luft nach oben.

3. Auf einmal machen alle Content Marketing. Onliner, die man bisher fast ausschließlich mit Linkbuilding in Verbindung gebracht haben, schreiben jetzt über Content Strategien oder die Textoptimierung via WDF*IDF. Könnte man hier sagen: die Ratten verlassen das sinkende Schiff? Was ist Deine Meinung dazu?

Marcell Sarközy: Ich sage immer: Neue Besen kehren gut. Andererseits heißt es aber auch: Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Wer sich schon sehr lange mit SEO beschäftigt, wird wohl auch weiterhin auf den gesunden Mix aus gutem Content und Linkaufbau setzen. Der Linkaufbau ist in den letzten Jahren unglaublich schwieriger geworden, von daher verstehe ich es gut, wenn da einige das jetzt einfach aufgeben und sich mehr auf Content Marketing fokussieren. Aus Sicht von Google ist das natürlich ideal, weniger künstliche Links, mehr gehaltvoller Content. SEO ist und bleibt aber ein Orchester, in dem alle Instrumente harmonisch miteinander spielen müssen, um eine grandiose Melodie zu erzeugen.

Jens Tonnier: Ich würde sagen: die Ratten erweitern ihren Horizont. Etwas unglücklich finde ich lediglich, dass die Ratten sich auf ein Thema stets so extrem fokussieren, dabei hat der Horizont doch 360°. Man könnte es auch anders ausdrücken: Content war auch vorher schon da, nur wurde nicht so genau hingeschaut.

Alexander Schneekloth: Ja, könnte man so sagen.

Arent Klaus: Früher sagte man dazu einfach Linkbait, heute heißt es Content-Marketing. Und insgesamt geht das Thema doch in die richtige Richtung. Schaffe Inhalte für User, nicht für die Suchmaschine, dann wirst du mit Links und nachher auch mit Traffic belohnt. Endlich dringt das in die Köpfe der Leute ein. Und wenn ich mir manchmal anschaue, was sich da draußen Linkbuilder und SEO nennt, dann finde ich wird es höchste Zeit die Spreu vom Weizen zu trennen.

Leo Kobes: Denke Eher das es die Lämmer sind die sich auf das Schiff führen lassen, und ja in vielen Fällen gehöre ich auch zu die Lämmertruppe am Schiff. Ist ja gemütlich so „Alle Together ;)“

Dominik Wojcik: Links machen immer noch 50%, wenn nicht mehr sogar, des Rankings aus. Wie man seine Links zieht ist doch wurscht. Jeder kann doch unterschiedliche Methoden ausprobieren und sollte schauen was ihm am besten liegt. Wichtig ist am Ende das die eingehenden Links einfach Qualität haben! Fertig aus!
Und hey die anderen Onpage 50% sind genauso wichtig. Ich finds super das Tools wie Onpage.org, Strucr oder das Google Webmaster Tool das empfinden für Qualität einer Webseite erhöhen. Auch die anderen 50% wollen optimiert werden. Wenns per WDF*IDF ist doch Ok. Jeder soll seine eigenen Erfahrungen sammeln und danach handeln. Hauptsache man labert nicht rum, sondern macht einfach. 

Marcell Hollerbach:Okay, hier bin ich etwas befangen ;) Textoptimierung ist jetzt nicht neu und Content Strategien auch nicht. Was neu ist oder in ständiger Veränderung bleibt, ist die Tatsache, dass sich die Welten von Social Media, Display Advertising, Advertorials etc. etc. immer weiter annähern und es für SEO / Linkbuilder immer wichtiger wird im Kopf die Verknüpfung der Kanäle zu machen damit der verteilte Content (bzw. der Link darin) möglichst hohen Output erzeugt. Mehr dazu gibts dann auf dem SEOCruise ;)

4. Wer SEO macht, sitzt im Schnellboot. Zumindest war das unsere Wahrnehmung die letzten Jahre. Während große und schwerfällige Schlepper gaaaanz langsam von A nach B reisen, heitzen wir mit Höchstgeschwindigkeit los und umfahren dabei beim Slalom die Bojen, die Google spontan gesetzt hat. Doch irgendwie ist unsere Ziellinie immer schwerer zu sehen… Platz 1 above the fold? Nicht sicher!  Von daher: wo siehst Du unsere Zukunft? Und was glaubst Du: welche Art Schiff wird die Online Marketing Gewässer in den nächsten Jahren dominieren? Die SEA-Yacht, der Display-Kreutzer, die Facebook-Aida oder doch unser SEO-Außenborder?

Jens Tonnier: SEOs sind inzwischen darauf konditioniert, Google mit Suchmaschine und ihren Job mit Indexoptimierung gleichzusetzen, dabei könnten sie eigentlich auf anderen Schiffen und in anderen Positionen genauso anheuern. Google streitet sich in manchen Bereichen um einige Gatekeeper-Funktionen mit Amazon und Facebook, doch am Ende sind auch das nur doofe Maschinen mit intelligenten Algorithmen, die sich manipulieren lassen. SEOs können das. Schiff ist Schiff.
Wenn Google für ein Ziel also vielleicht mal nicht mehr so gut geeignet ist, tut man gut daran auch andere Gefährte zu beherrschen. Und andere Aufgaben. Mal raus aus dem Maschinenraum und rauf in die Takelage und schau dich um was dein Schiff, auf das du dich begeben hast, sonst noch so bereithält.

Arent Klaus: Es kommt sicher darauf an, was man als Ziel definiert hat und welche Mittel man zur Hand hat. Wenn ich versuche meine Ware über teure Finanzierungsangebote zu vertreiben, werde ich sicher nicht mit allen Produkten bei Idealo.de vertreten sein. Wenn ich extrem teure Keywords habe, ist Platz 1 im SEA auch nicht immer der beste Weg. Wenn ich für mein gesamtes Online-Marketing nur 50.000 € zur Verfügung habe, würde ich vermutlich auf Display verzichten. Aber wenn ich es pauschal sagen müsste, würde ich sagen. Die Mischung macht`s.

Leo Kobes: Mit ein Flugzeug fliegst du über das Wasser und brauchst Kein Schiff ;)

Norman Nielsen:
Online-Marketing wird sich in Zukunft auf den bekannten Online-Kanälen abspielen. Schnell und gut skalierbar natürlich SEA – beliebt also bei großen Tankern und auch bei Start-ups. Wer kann, ist mit SEO von Anfang an dabei, hier ist die Gewinnung von Neukunden sowie die klassische Marketingtheorie vom Mehrfachkontakt für eine Order gemeint. Display inkl. Retargeting aber auch Affiliate nicht zu vergessen, um Kundenkontakte aber auch komplett neue Kundengruppen zu erreichen. Mittelfristig wird jedoch Mobile Marketing eine bedeutende Rolle spielen. Ob als Mittler und Second Screen, als App oder für mobile Suche bis hin zur mobilen Bestellung am Pad – hier wächst (finally) der Markt doch extrem. Wer einen kompletten Markt bearbeiten möchte, sollte eine Flotte aus den genannten Schiffen haben (SEA-Yacht, der Display-Kreutzer, die Facebook-Aida, SEO-Außenborder, Mobile-Segler). Für Agenturen oder Inhouse-Teams ergeben sich so neue Anforderungen an Lernen und Geschwindigkeit. Es wird nicht mehr den klassischen Social Media oder SEO Mitarbeiter geben. Vielmehr bildet sich ein Marketing Range Manager heraus, das mit vielen Kooperationsformen umgehen kann und Reichweite/Sales generiert.

Dominik Wojcik:
Kommt drauf an (Yeah da ist wieder mein Lieblingssatz) welches „Produkt“ man bewerben möchte. Vielleicht klappt ja Printwerbung in Spezialmagazinen am besten. Ich kenn jemanden, sein Geschäftsmodell funktioniert halt am performantesten über Printwerbung in speziellen Magazinen und er verdient saugutes Geld. Marketing ist nicht nur einfach drauf los, sondern man braucht eine Marketing Strategie und ein guter CMO kennt alle Kanäle und ihre Stärken und Schwächen und kann ganz genau messen welcher Kanal am besten funktioniert. Solange das Produkt natürlich stimmt. Wenn das Produkt Mist ist, dann hilft dir auch das beste Marketing der Welt nicht…

Dominik Schwarz: Was du als SEO-Außenboarder beschreibst war lange Jahre eher so der SEO-Trawler, der ohne Rücksicht auf Verluste erstmal mit SEO-„Texten“ und „Artikel“-Verzeichnissen das Web leergefischt hat. Die paar Delphine zwischen drin – nunja. Dass Google nun mit der selben Rücksichtslosigkeit eigene Verticals aufbaut und mit dem Knowledge Graph die Antworten direkt in den SERPs mitliefert – „nunja, die paar Wörterbücher-Wetterseiten-… zwischendrin“, sagt man sich in Mountain View.
Aus dem billigen SEO-Außenborder den jeder mit dem Taschengeld bezahlen kann wird wohl eher irgendwas zwischen mindestens Jolle und Hausboot; aber mit dem Investment steigt immerhin auch die Qualität. Das ist alles andere als zu unserem Schaden.
Und was Google angeht: Es soll auch schon schiffbrüchige Tanker gegeben haben. Wie sehr wünschenswert das für uns wäre, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt und ist sicher viel schwieriger zu beantworten als man im ersten Moment glaubt.

Marcel Hollerbach:SEO ist ein längerfristiges Spiel, dass zu gewinnen es sich allerdings lohnt. Im Vergleich über alle Kanäle hat SEO immer noch mit die geringsten CPOs. Um schnell Traction auf eine Company zu bringen ist der Kanal nicht geeignet über lange Sicht, vor allem wenn man den Longtail im Griff hat, lohnt es sich aber umso mehr. Wo geht die Reise hin? Möglich ist es, dass Facebook in absehbarer Zeit ein eigenen Werbenetzwerk im Adsense Stil startet und somit auch außerhalb des Facebook Kosmoses Ads zulässt. Dann haben wir neben Google Adwords auf einem ein zweites großes starkes CPC Netzwerk, welches aber vermutlich mit völlig anderen Einstellungen (Soziale Demographien etc.) gefüttert werden will. Sollte sich das als effektiv erweisen, wird der ein oder andere in Mountain View evtl. etwas nervös werden. In Deutschland bereits erkennbar und im Ausland noch viel stärker sind die Wachstumsraten im Bereich Mobile. Ich denke dass größere Anteile von Werbebudgets in diesen Kanal laufen werden. Nicht nächstes Jahr aber vielleicht in den nächsten drei Jahren. Und was natürlich nicht vergessen werden darf ist der einziehende Erfolg von Preroll Videowerbung, die uns zunehmend begegnet und nach und nach an den Budgets der TV Sender knabbert.

Wow! Ich danke Euch vielmals und freue mich auf die Tour mit Euch! :)

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Marcell Sarközy
Alexander Schneekloth
Jens Tonnier
Arent Klaus
Leo Kobes
Marcel Hollerbach
Norman Nielsen
Dominik Wojcik
Luis Hanemann
Dominik Schwarz

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Author: Astrid Kramer

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