LIFE Photoarchiv bei Google

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Seit gestern ist bei Google Image Search ein ganz besonderes Archiv verfügbar: das LIFE – Bildarchiv. LIFE, gegründet 1936 von Henry Luce, hat die Entwicklung der Pressefotografie entscheidend beeinflusst. Das Magazin veröffentlichte Fotos von Robert Capa, Erich Salomon, Margaret Bourke-White, James Nachtwey und vielen weiteren prägenden Fotografen unserer Zeit.


Das Archiv lässt sich frei, nach Tags oder nach Jahrzehnten strukturiert durchsuchen. Reinschauen lohnt sich!

PS: Habe gerade mal geschaut, was ich in meiner Magisterarbeit so über LIFE geschrieben habe. Et voilá:

LIFE
Am 23. November 1936 erschien die erste Ausgabe des Life-Magazines mit einer Auflage von 466 000 Exemplaren. Life bestand fast ausschließlich aus Fotografien. Dieses Konzept war nicht neu: die New York Times gab bereits seit 1896 eine wöchentlich erscheinende Fotobeilage heraus. Andere Zeitschriften, wie die Mid-week Pictorial, Panorama oder Parade folgten diesem Beispiel. Keine dieser Zeitschriften hatte jedoch einen mit Life vergleichbaren Erfolg: Die Auflage des Life-Magazines stieg im ersten Jahr bereits auf eine Million, im Jahr 1972 lag sie bei mehr als acht Millionen.

Die Gründung des Life-Magazines durch Henry R. Luce traf den Zeitgeist der dreißiger Jahre: das Medium Film zog Tag für Tag Millionen von Zuschauern ins Kino und steigerte die Nachfrage an visuell erfassbaren Informationen. Weitere Voraussetzungen waren viel versprechend: die populären Fotografen Salomon und Man wurden von Life engagiert. Außerdem war es war nun möglich, Bilder telegraphisch zu übertragen, und die Qualität des Farbdrucks verbesserte sich dramatisch.

Der wichtigste Erfolgsfaktor war allerdings die Werbung. Die Umwandlung Amerikas vom Agrarstaat zur Industrienation und die damit einhergehende Massenproduktion von Konsumgütern machte Produktwerbung notwendig. Zeitschriften wie Life, die im Gegensatz zu Lokalzeitschriften landesweit verbreitet und gelesen wurden, waren für die Produzenten dieser Güter als Werbeträger besonders interessant. Die erste Ausgabe von Life bestand aus 96 Seiten, ein Drittel davon Werbung.
Die erste Seite zeigte eine Fotografie, auf der die Geburt eines Kindes dargestellt
ist. Die Bildunterschrift: „Das Leben beginnt.“

Der Erfolg von Life war neben den Fotografien eng mit der Themenauswahl Henry R. Luces, Gründer und Besitzer der Dachgesellschaft Time inc., verknüpft. Luce galt als konservativ und patriotistisch, in Life wurden schockierenden Berichte oder Fotografien vermieden. Und der Erfolg gab im Recht.
Die Krise kam gegen Ende der sechziger Jahre. Die Werbeeinnahmen gingen zurück, da Life langfristige und fest dotierte Werbeverträge geschlossen hatte, die Produktionskosten als Folge der Inflation jedoch deutlich anstiegen. 1971 schätzte man die Kostensteigerung für Papier, Druck, Löhne und Versandkosten im Vergleich zum Vorjahr auf ungefähr 35 Prozent. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Life für die Muttergesellschaft Time inc. den größten Gewinn abgeworfen. Nun wurden Verluste eingefahren.

Am 9. Dezember 1972 titelte der International Herald Tribune: „Life Magazine ist im Alter von 36 Jahren gestorben.“ Die letzte Ausgabe des wöchentlich herausgegebenen Life-Magazines erschien am 28. Dezember 1972. Bis zu diesem Zeitpunkt galt Life als die führende Fotoillustrierte der Welt. 1978 wurde Life als Monatsmagazin neu gestartet, im Jahr 2000 endgültig eingestellt.

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Author: Astrid Kramer

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