Mein Weg in die Selbstständigkeit

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Nun ist es also passiert – ich bin selbstständig! (Also, ab nächster Woche :))

Ich habe jedoch nicht vor, Euch mit dem üblichen Artikel zur Selbstständigkeit zu langweilen. Wir alle wissen: wir brauchen eine Idee, den Willen, diese Idee umzusetzen, Motivation, eine Finanzplanung, einen Business Plan, Unterstützung von Familie und Freunden und so weiter und so fort. Das alles liest man überall im Internet, also schaut Euch dort um :) Oder noch besser: lest Die 4-Stunden Woche – ich liebe dieses Buch! Ist zwar recht amerikanisch, aber schlicht und ergreifend auf den Punkt!

Was ich Euch aber hier lieber an die Hand geben würde, sind die konkreten Schritte, die man auf dem Weg in die Selbstständigkeit gehen sollte.

1. Meldet Euch arbeitssuchend!
Und zwar direkt, nicht erst nach Ablauf der Kündigungsfrist. Das war mir zunächst nicht klar, ist aber immens wichtig, um keine Ansprüche zu verlieren. Daher, wenn Ihr selbst kündigt: Step 1: kündigen. Step 2: Arbeitsamt informieren. Ihr könnt dann auch direkt sagen, dass Ihr die Selbstständigkeit plant, dann erhaltet Ihr den ersten Beratungstermin beim Arbeitsamt auf dieses Ziel zugeschnitten. Ist sinnvoller, also so zu tun, als ob Ihr weiter angestellt sein wollt :) Erfahren habe ich von dieser direkten Meldepflicht übrigens durch meine hervorragende Tutorin bei der…

2. Gründungswerkstatt online
Sehr cooles und natürlich kostenloses Online-Angebot der IHK. Hier könnt Ihr step by step Euren Business Plan erstellen und erhaltet zu jedem Kapitel konkrete Hinweise und Hilfestellungen. Außerdem könnt Ihr z.B. einen Wissenstest absolvieren, um zu eruieren, auf welchen Gebieten Euch noch der Plan fehlt. Und last but not least: Ihr bekommt einen Tutor oder eine Tutorin zugewiesen, die Eure Fragen beantwortet.

Bei meiner ersten Selbstständigkeit haben wir den Fehler gemacht, uns nicht beraten zu lassen – ganz falsch! Auch wenn man manchmal denken könnte, die IHK sei leicht angestaubt und sowieso nur für Bäcker und Metzger interessant – das ist einfach Quatsch. Ihr seid die Experten für Online Marketing (und ja, Ihr werdet kaum jemanden bei der IHK finden, der genau weiß, was Ihr tut :)), aber die Experten für Gründung und Buchhaltung und Steuern und so weiter sind die IHK. Also nehmt die kostenfreien Beratungsangebote an, es lohnt sich!

3. Business Plan schreiben
„Brauch ich nicht, ich finanziere mich selbst.“ Auch falsch! Auch wenn Ihr keiner Bank diesen Plan vorlegt, spätestens dem Arbeitsamt müsst Ihr ihn vorlegen. Um Gründungszuschuss zu erhalten, muss klar sein, was Ihr vorhabt und ob das sinnvoll und zukunftsträchtig ist. Die Tatsachen „sinnvoll“ und „zukunftsträchtig“ müsst Ihr Euch übrigens von einer dazu befähigten Stelle bestätigen lassen, in meinem Fall auch die IHK. Kostet 50 Euro, geht fix, ist absolut unerlässlich. (BTW: zum Gründungszuschuss: gebt Gas! Ab 1. November 2011 wird alles anders!)

Außerdem, und das ist wohl der wichtigste Punkt überhaupt: das Schreiben des Business Plans zwingt Euch selbst dazu, Euch über Euer Vorhaben Gedanken zu machen. Natürlich werdet Ihr keine konkreten Zahlen für die Finanzplanung zur Verfügung haben und natürlich könnt Ihr nicht in die Zukunft sehen. Was Ihr aber z.B. machen könnt, ist ein Liquiditätsplan für die ersten 12 Monate (ich weiß, laut Lehrbuch ist das zu lange für einen Liquiditätsplan, aber mir hat’s geholfen! Wer hat nicht gerne ein bisschen Sicherheit?). Schon seht Ihr, wo die Schwachstellen liegen und wo Ihr vielleicht sparen müsst.

Ganz wichtig ist hier auch: der Finanzbedarfsplan. Schreibt einfach mal auf, was für Geld Ihr monatlich so braucht. Und seid ehrlich! Ihr wollt wirklich nie wieder in Urlaub fahren, zumindest nicht in den ersten drei Jahren? Weil: das gehört sich nicht als Gründer? Bullshit! Wenn Ihr gerne verreist und darauf nicht verzichten wollt, legt einen monatlichen Betrag dafür fest. Ihr werdet froh drum sein.

4. Finanzamt
Holt Euch das Go vom Finanzamt, wenn Ihr als Freiberufler arbeiten wollt. Der Vorteil: die Gewerbesteuer entfällt. Als freiberuflicher Berater kann man z.B. arbeiten, wenn man eine besondere Qualifikation, am Besten durch ein Studium, nachweisen kann. Aber auch die entsprechende Berufserfahrung hilft hier. (Bevor sich jetzt wieder jeder über „Studium-Fixiertheit“ ärgert :): Leider ist für die Freiberuflichkeit das Studium wirklich immens wichtig und es ist schwieriger, den Status Freiberufler ohne akademischen Abschluss durchzukriegen.) Wie gesagt: lasst Euch beraten, gerne auch mal bei der IHK und den Beratungstagen für Gründer. Die IHK wird Euch zwar sagen, dass sie weder das Finanzamt, noch Steuerberater sind. Aber gute Infos gibts trotzdem :) Außerdem weiß man dort am Besten, wo Euch im jeweiligen Fall weitergeholfen werden kann.

5. Arbeitsamt – Finanzamt: Reihenfolge beachten!
Wichtig ist, dass Ihr alle Fristen richtig einhaltet und die Reihenfolge einhaltet. Das Arbeitsamt ist hier sehr,sehr, SEHR pingelig! Wenn Ihr also z.B. ab 1. August keinen Job mehr habt, meldet Eure Tätigkeit nicht ab 1. August beim Finanzamt (Freiberufler) bzw. Gewerbeamt (gewerbliche Tätigkeit) an, sondern ab 2. August. Ab 1. August seid Ihr arbeitslos! Das ist immens wichtig! Ihr müsst mindestens einen Tag arbeitslos sein und damit „Kunde der Arbeitsagentur“, um überhaupt einen Anspruch auf Gründungszuschuss zu haben.

Und jetzt wünsche ich Euch viel Erfolg :)
PS: Meine ersten Schritte findet Ihr übrigens unter staats-consult.de. Links are welcome :D

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Author: Astrid Kramer

15 Kommentare

  1. Na dann viel Erfolg!

    Ich hätte dazu wohl nicht den Mut,
    außerdem gehts mir zur Zeit ganz gut. :-)

  2. Na, muss man ja auch nicht machen :) Hauptsache, Dir gehts gut! Aber danke :)

  3. Hi!

    Schöner Artikel mit ein paar wichtigen Infos.

    Bitte auch an die eigene Absicherung denken.
    Da meine ich nicht nur die Krankenversicherung
    und Altersvorsorge, sondern auch die
    Betriebshaftpflichtversicherung ;-)

    Ich wünsch‘ Dir viel Erfolg!

  4. Schöner Artikel, hab schon drauf gewartet als Norman vor einiger Zeit sagte dass es bei dir soweit ist. Erstmal aber natürlich alles Gute.

    PS: Irgendwie verfolgt mich das alte Bild in letzter Zeit seit dem es frei zu nutzen ist. Ein Kollege hat es glaub ich mit dem Slogan SEO-Muskel versehen ;)

  5. Liebe Astrid,
    ich wünsche Dir sehr viel Erfolg und bin mir sicher, dass der sich zügig einstellen wird.
    Gruß, Martin

  6. @ingo: ach, es ist freigegeben? Puh, Glück gehabt :D
    @Martin: Dank Dir – bis zur nächsten Konferenz, wir sehen uns sicher!
    @FlexFoxx: hui, guter Hinweis… Danke!

  7. Viel Erfolg und einen guten Start auch von mir! Ich habe heute auf den Tag genau 13 Monate den Status, mein eigener Chef zu sein und kann für mich sagen, es war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens. Toi, toi, toi, immer volle Auftragsbücher und nur nette Kunden wünsche ich…

  8. Willkommen im Club…! ;-)

    Ich wünsche Dir viel Kraft, Spaß und Erfolg für den Start!
    Die Gründungswerkstatt ist tatsächlich eine super Möglichkeit sich mit den eigenen Schwachstellen zu befassen und diese mit professioneller Unterstützung auszumerzen.. ;-)

    LG
    Wolf

  9. Viel Erfolg und ein Quentchen Glück kann auch nicht schaden!

    Timothy Ferriss war auch bir mir ein enormer Motivator.

    Ich würde noch eine Beraterhaftpflicht-Versicherung in die Überlegungen einbeziehen … als Selbständiger haftet man sonst mit all seinem Vermögen, Haus, usw.

    Und zu Punkt 4.: die Gewerbesteuer entfällt nur solange, bis du nennenswerte Affiliate Umsätze in deiner Firma verbuchst. Die sind gewerbesteuerpflichtig und es gibt Finanzämter die dann pauschal alle Umsätze als Gewerbesteuerpflichtig einstufen … also Obacht!

  10. Hallo Astrid,
    ich schließe mich natürlich auch den ganzen guten Wünschen an. Ist ein guter Schritt. Habe das auch bisher nicht bereut, obwohl die letzte Überweisung vom Arbeitgeber schon ein bisschen wehleidig macht.

    Was ich noch anfügen möchte: In einigen Bundesländern gibt es schon vor der Selbständigkeit gewisse Förderprogramme die einen unterstützen, bei Finanzplan, Businessplan, etc.
    Ich hatte eine qualifizierten Berater der mich begleitet hat und ich habe sogar 50% der Kosten vom Staat erstattet bekommen. Da gibt es hier in Deutschland wirklich viele Möglichkeiten.
    LG Peter

  11. Viel Erfolg bei der Selbstständigkeit. You can Do it! Deutschland braucht talentierte Gründer, heute mehr den je.

  12. kann dir auch nur viel erfolg wünschen. bin jetzt auch seit 2010 dabei und habe es bis jetzt nicht bereut. die schritte die du aufzählst habe ich alle abgehakt und genau auch so 2009 gemacht. wenn man alles richtig macht, läuft es auch. kann nur empfehlen einen existenzgründer kurs zu besuchen, der ca. 3 wochen dauert. hier bekommt man auch hilfe bei business plan etc. einfach mal beim arbeitsamt nachfragen, die helfen gerne.

  13. Wie läuft es denn bei dir?

    Kannst du schon erste Erfahrungsberichte aus dem selbstständigen Leben teilen?
    Würde mich echt mal interessieren.

    Wie hast du deine KV-Probleme gelöst? Darin sehe ich immernoch ein recht großes Problem, weil die wollen ja nicht einen porzentualen Anteils deines Gewinns, sondern einen fixen Beitrag.

    Viele Grüße, Chris

  14. Hi Chris,

    läuft gut, bereue es nicht :)
    Und KV mach ich jetzt privat – was die Behandlung beim Arzt angeht, bereue ich das auch nicht :D Mehr kann ich dazu in einigen Monaten sagen, aber aktuell war es die günstigere und angenehmere Lösung.
    LG! Astrid

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