Pulitzer-Preis goes online
Millionen kleine Kinder können nicht irren: wenn man ganz fest die Augen zukneift, wird man für alle Anderen unsichtbar. Die bösen Monster können einem nichts mehr anhaben. Lange Zeit hat diese Taktik auch für die Hüter des geschriebenen Wortes funktioniert. Man musste nur ausdauernd genug den Online-Journalismus ignorieren, ihn in Anführungszeichen setzen (SOWAS ist doch kein Journalismus!), den Bürgerjournalismus verteufeln und Online-Medien generell mit dem Prädikat “seicht, schlecht recherchiert, subjektiv, gefährlich” versehen, um die wirtschaftlichen Gefahren für Printprodukte, die von den Online-Medien ausgehen, auszublenden.
Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann und schnurstracks an der Realität vorbeischlittert, hat jetzt auch der Aufsichtsrat des ehrwürdigen Pulitzer-Preises erkannt. Wie Spiegel online heute berichtet, öffnet sich der renommierte Journalistenpreis für Online-Journalisten. Zukünftig werden nun auch Online-Texte mit in die Wertung aufgenommen. Mit eingeschlossen: Artikel, die reinen Online-Publikationen entstammen, also nicht auf den Online-Portalen altehrwürdiger Zeitungen zu finden sind.
Dass das höchste Zeit wurde, steht außer Frage. Im Internet sind hervorragende Autoren zu finden, denen die wohlverdiente Anerkennung lange Zeit verwehrt wurde. Eine Träne im Knopfloch beim Blick auf die wirtschaftlichen Probleme tradierter Printpublikationen sei allerdings erlaubt – auch bei einem Blogger.










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