Google Real Time Search

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Google gibt’s jetzt in Real Time. Im Gegensatz zur Real Time Search von Google, die ich vor einiger Zeit vorgestellt habe, und die eine Abfrage des Indexes bedeutet, ist die hier vorgestellte Real Time Search nicht Anderes als das Einblenden von Twitter- und Blogbeiträgen – in Echt-Zeit eben.

Und wie es nicht anders zu erwarten war, ist die Reaktion der SEO– und Nerd-Gemeinde eher skeptisch bis negativ. Die Argumente sind bekannt: weniger Platz für die natürliche Ergebnisliste, viel zu viel Information, nur ein Schachzug von Google um schneller als Bing zu sein und so weiter.

Ich sehe das anders. Zunächst ist diese Entwicklung nicht überraschend und absolut konsequent. Was man Google zugute halten kann (wie so oft), ist einfach, dass sie mal wieder eine Nasenlänge voraus sind, wie SEOunited das so schön bei Twitter festgestellt hat. Doch all die anderen Argumente kann ich nicht teilen: wir haben weniger Platz in den SERPs – so what?! Wenn im oberen Bereich der SERPs Twitter- und Blogergebnisse angezeigt werden, dann heißt das nichts Anderes, als dass man auch als kleiner Seitenbetreiber (oder noch revolutionärer: als Nicht-Seitenbetreiber!) in den SERPs zu einem Thema erscheinen kann, mit dem man sich gerade befasst. Man macht Buzz im Social Web und landet quasi im Index – hervorragend! BTW: die meisten Tweets sind Referenzen, die per Link auf einen – nennen wir es –  „statischen Text“ verweisen. Das bedeutet: hier wird konsequent die Idee von Usern, die die Relevanzbestimmung selbst vornehmen, weitergesponnen. Ein toller Artikel wird Tweets bekommen, dieser Tweet Retweets und so weiter.

Die Kritik, dass man „gewöhnliche Webtreffer“ zwischen Videosuche, Fotosuche, Produktsuche, Blogsuche und Newssuche mit der Lupe suchen muss, verstehe ich nun gar nicht. Was sind Videos, Fotos, Produkte, Blogs und News anderes als das Web?

Zum Buffer Overload durch zuviel Information: vor 10 Jahren hätte sich niemand vorstellen können, ein iPhone zu bedienen. Das klappt jetzt wunderbar, vielmehr dürsten wir regelrecht nach neuen Informationen, Apps, Spielereien, Möglichkeiten. Mal eine Frage: wer informiert sich heutzutage morgens bei Spiegel Online (und nein, ich spreche nicht von einer Tageszeitung!) – und wer schaut erst mal bei Twitter vorbei?

Aber halt, einen Kritikpunkt lasse ich gelten: gepostet von Bob Rains bei Twitter in gewohnter ohne-erhobenen-Zeigefinger-Manier: „Uh, so I fail to understand how it is going to be difficult to spam real-time search? Looks pretty easy to me?“ Kurz: Twitter wird sich, was die Spambekämpfung angeht, noch mal richtig warm anziehen müssen. Denn zumüllen, was geht, wird die Devise werden. Doch wir haben es hier ja nicht mit Amateuren zu tun. Und wie die Historie zeigt: gegen jeden Spam ist irgendwann ein Kraut gewachsen ;-)

Mein Fazit: Google bleibt sich selbst treu und hält uns alle auf Trab. Was gut ist. Denn: wer will schon sein Leben lang immer das Gleiche machen?

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Author: Astrid Kramer

8 Kommentare

  1. Jep um in den Topspots mit zu mischen bedarf es jetzt SEOs mit eher kurzfristigen Aktionen. Wird interessant zu sehen wie man sich auf längere Zeit in den RT Ergebnissen behaupten kann. „Get some automation scripts done baby“ lautet da mein Motto ;-)

  2. @Manuel oder einfach: mach’s richtig gut, konstant gut, verdammt gut?? ;-)

  3. Aber mal weg vom SEO. Bedeutet gute Suche nicht auch, dass alle Generationen mitmachen können. Ich sehe bei dem Speed immer mehr Leute abreizen. Welcher Normalo soll diese Infos noch verarbeiten. Kenne jetzt schon immer mehr Leute, die wieder Nachrichten im Fernsehen oder im Radio hören, weil eben nicht um die Menge der Informationen geht im normalen Leben.

  4. Hi! Das Argument verstehe ich gut, mache mir aber keine Sorgen deswegen. Google wird kein Kauderwelsch produzieren, sondern strebt einfach nach wie vor nach den relevantesten Ergebnissen, zu dem nunmal auch Tweets gehören können. Daran wird man sich gewöhnen. Ich weiß noch, wie groß die Diskussion 2001 darüber war, dass es nun auch „Silver Surfer“ im Netz gibt, also ältere Leute das Netz benutzen. Mittlerweile ist in meinem Bekanntenkreis kaum noch jemand über 60, der nicht regelmäßig das Netz nutzt. Da Google seine Nutzerdaten auswertet, wird Google recht schnell feststellen, was funktioniert und was nicht. Daher könnte es gut sein, dass der Bereich der Real Time Search vielleicht kleiner wird, ans Ende der SERPs angehängt wird oder sich nur auf Knopfdruck öffnet. Das wird sich zeigen.
    Und zu SEO: wie schnell haben wir uns an die Universal Search gewöhnt, die für uns zunächst auch nur „weniger Platz in den SERPs“ war? Jetzt optimiert man noch gezielter auf diese Inhalte, genau das wird bei der Real Time Search auch passieren. Bin da ganz entspannt… und ich denke nicht, dass Google zu starken Moneykeys die Real Time Search einblenden wird. Wie gesagt: die sind ja nicht doof :-)

  5. Negativ finde ich an der derzeitigen Umsetzung, dass die Tweets einfach nur durchlaufen wie auf einer Twitter-Wall. Es kommt ja nicht darauf an, ob ein Tweet 60 Sekunden aktueller ist, sonder was aktuell UND relevant UND qualitativ hochwertig ist. Irgendein sinnloses Gezwitscher sollte nicht einen wirklich guten Tweet verdrängen, nur weil er ein paar Sekunden aktueller ist und auch das Keyword enthält. Das wirkt doch noch sehr wie ein Schnellschuss von Google. Denke aber, dass sie da in den nächsten Monaten nachbessern. So hat das gegenüber der Suche bei TweetDeck und 100 anderen Services keinen Mehrwert. Besser gefallen mir etwas intelligentere Ansätze wie topsy.com und twittertim.es, die versuchen möglichst relevante und gut bewertete Tweets zu identifizieren.

  6. „[…]wer informiert sich heutzutage morgens bei Spiegel Online […] und wer schaut erst mal bei Twitter vorbei?[…]“

    Die Frage ist ja nett … und die Antwort sicherlich oft „Ich schau zuerst mal bei Twitter rein“ … aber das ergibt noch keine Sinnige Antwort.
    Da die Informationen, die man sich in Twitter holt grundsätzlich anders sind, als die bei Spiegel Online (Ausser ich habe bei Twitter nur reine „newstweeps“ abonniert).

    Aber im Grunde genommen hast Du recht. Sinnvoll ist es allemal, was Google da macht.

  7. @Hanns: kein Thema. Natürlich ist das verbesserungswürdig. Und es wird auch verbessert werden. Doch die Umsetzung zu kritisieren ist etwas Anderes, als die ganze Sache an sich zu kritisieren. Und manchmal habe ich eben das Gefühl, dass die SEO-Szene nicht ganz so heiß ist auf all die Neuerungen, weil es eben immer wieder neues Lernen, Flexibilität und Verabschieden von alten Strukturen bedeutet. Doch gerade das ist doch spannend! Wo kann man sonst in einem derart schnell wachsenden und sich veränderten Feld arbeiten?

  8. Nunja, alles Negative hat ja auch sein Gutes. So wir Google es evtl. noch nicht geschafft haben, sämtliche Filterkriterien auf die Realtimesuche zu übertragen Jedenfalls nicht am Anfang des launches. So sieht jedenfalls die Suchfunktion im Video aus. D.h., wie es Hanns bereits richtig erwähnt: Eine Art Twitterwall mit reiner Keywordsuche und Zeitstempel. Wenn das wirklich am Anfang die neue Realtimesearch ist ohne großartige Filter, dann heißt es doch. Nie waren obere Adwordsplätze so günstig.

    Ein paar solide Twitterbots, die mehrere Tausend Accounts managen und schon dürfte man als Affiliate doch recht gut aufgestellt sein. Es wird zwar nicht lange funktionieren, dafür ist Google einfach zu gut, aber am Anfang ist wieder eine Art „Goldgräberstimmung“ in der so abgedroschenen und fälschlich titulierten Blackhatszene. Nie war die Chance so groß, bei Google mit so wenig aufwand, so weit oben platziert zu sein. Also lasst uns doch mal hoffen, dass die ersten Filter nicht so scharf eingestellt sind, die Twitterbots funktionieren und unsere Merchants mitspielen. Nehmt doch das Geld an, was Google euch am Anfang schenkt. Danach kann man sehen, wohin die Filter einen tragen.

Trackbacks/Pingbacks

  1. Neuerungen bei Google als Chance « SEO - [...] grundsätzlich als Chance betrachtet, hat nichts zu befürchten. So macht sich Nerd in Skirt z.B. schon über Google-Spam via…
  2. Suchmaschinen & SEO – Dezember 2009 - Inhouse SEO - [...] Real-Time-Search in Google – Ist für mich bisher nicht wirklich hilfreich und die Qualität ist eher übel. Wirkt eher…

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *