SEO Roundhouse Kick I

by Astrid Jacobi 8 Oktober 2010 5 Comments


Da ich seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr dazu komme, Blogartikel über SEO zu schreiben, hab ich mich heute mal dazu entschlossen, einen Rundumschlag zu machen und alle Themen aufzugreifen, die mir in den letzten Wochen so untergekommen sind.

Mr. Wong wird menschlich…

Was mir während meines Urlaubs komplett durch die Finger gegangen ist, ist die Tatsache, dass Mr. Wong nun Followlinks verteilt. Bevor ich mich nun der Frage widme, ob das überhaupt irgendetwas bringt, muss ich doch darüber lächeln, dass Mr. Wong ganz klassisch auf die Penalty reagiert hat: dynamisch generierte Seiten aus dem Index rausgenommen und eine Redaktion ins Team reingenommen. Die Dankbarkeit Googles für das hehre Ziel, Mehrwert zu schaffen, ist im Vergleich zu den ursprünglichen Sichtbarkeitswerten noch überschaubar:
mister-wong-sistrix

In der Detailansicht sieht das allerdings schon besser aus:
mister-wong
Natürlich bleibt hier wie immer beim SEO die eigentlich spannende und zugleich auch unlösbare Frage: woher kommt die Verbesserung? Von der Indexbereinigung oder sogar von ausgehenden Followlinks? Von der großartigen New York Times wissen wir ja, dass ihre Topic Pages durch den sogenannten „Link Journalism“, also das Setzen externer Links (Follow), massiv bei Google gewinnen konnten. Doch wie immer haben wir hier das Problem, dass wir keine unabhängigen Variablen testen können, sondern Google die Gesamtheit mehrerer Variablen in die Bewertung der Seite einfließen lässt.
Wie dem auch sei: für Mr. Wong ist der Weg sicherlich der Richtige: Redaktion, Mehrwert, Handarbeit, Linkliebe…

…und Menschen machen Fehler

Die Frage bleibt nun aber: was sind das für Links und bringen die dem Verlinkten auch was?

Die ersten externen Follow-Links findet man auf der Startseite und zwar, wie es sich für gute Empfehlungen im Netz gehört, in der Sidebar (unter der Überschrift „Partner“) und im Footer. Ja. Ganz naiv wäre das nun etwas, was mich generell zur Schnappatmung bringt und rufen lassen würde: „Um Gottes Willen! Weg damit!“, aber hier haben wir ja eine Erklärung des Seitenbetreibers, warum er das getan hat, die von Google sicher entsprechend gewürdigt wird. Daher: well done, weiter so. Nein, es sind natürlich die eigenen Unternehmen, die man ja Follow verlinken darf und die dadurch einen hohen PR bei einer geringen Sichtbarkeit bekommen. Oder sollte man das doch besser bleiben lassen? Im Prinzip ist das wurschd, Footer und Partner genügen zur Relevanzbewertung.
footerlinks
Aber diese Links sind ja gar nicht gemeint, sondern die Follow-Links bei den eigentlichen Linkempfehlungen. Zunächst sehr süß: das Attribut follow. Schön. Keine halben Sachen.
wong-spiegel
Nun ist es bei einer Seite wie Spiegel Online natürlich extrem schwierig, Auswirkungen eines starken Backlinks zu identifizieren, handelt es sich doch um eine PR 8-Seite mit einem Sichtbarkeitsindex von über 311. Und Mr. Wong ist nunmal nicht gerade ein Traum-Backlinkgeber, zumindest dieses Jahr… eine manuelle Prüfung der aktuell 523 trusted URLs geht mir für Freitag Abend allerdings zu weit, also warten wir einfach mal ab, wie sich das Thema entwickelt. Und ob es sich überhaupt entwickelt.
trusted-urls
CTR in GWT – und es hat Bing gemacht?

Bedeutend spannender hingegen ist die Tatsache, dass Google mir in den Webmaster Tools sukzessive mehr und mehr Information liefert. Bei meinen Suchanfragen werden mir Impressionen, Klicks, CTR und durchschnittliche Position angezeigt und, was richtig geil ist, die prozentuale Veränderung der Werte:
ctr

Mich interessiert ja immer: warum tut Google das? Weil Bing es getan hat? Soll damit auf die CTR als Rankingfaktor hingewiesen werden, auch wenn das offizielle Statement dazu natürlich ausbleibt? Will Google Indexkritikern damit noch deutlicher machen, wie gut oder schlecht sie im Index performen und wie viele Visits sie Google zu verdanken haben? Und welche sie haben könnten, wenn sie ein geiles Snippet hätten? Fakt ist doch: dass Google diese Daten auswertet, ist ein ganz alter Hut. Aber warum anzeigen? Ist das nur eine Reaktion auf einen Wettlauf mit Bing oder doch mehr?
In der perfekten Welt wäre das ein extrem freundlicher Hinweis von Google an Webmaster, z.B. nicht auf trafficstarke Keys zu optimieren, für die man nicht relevant ist und für die man überhaupt keine Klicks kriegt (mein “wg gesucht.de” ist ein schönes Beispiel hierfür :-)). Wie auch immer: Google werkelt und gibt Infos raus – immer spannend, immer beobachtenswert.

Das volle Programm in den SERPs
Viel zu spannend und daher hier im Roundhouse Kick nur kurz angedeutet: Google testet die Vorschau ganzer Seiten in den SERPs. Wie gesagt: hierzu MUSS man auf dem Laufenden bleiben (es wird sich wahrscheinlich gar nicht verhindern lassen :-)) und im Zusammenhang damit auch mal einen Blick auf Google TV werfen, was ich bisher sträflich vernachlässigt habe. Doch die Zentralisierung der Daten in der Google Oberfläche plus die einfachere Bedienbarkeit der Suche (der Pfeil bei Instant, ebenso das Navigieren mit Pfeiltasten und Enter) lässt eine spannende Entwicklung erwarten. Ob es mir im Netz gefällt, sei dahingestellt. Generell bin ich ja Google Neuerungen gegenüber immer positiv eingestellt (ja, ich MAG Instant :-)), die Image Search gefällt mir aktuell allerdings überhaupt nicht. Das liegt aber sicherlich auch an meiner Art, sie zu nutzen. Würde ich nur einfach ein Bild suchen, ohne dass mich die Seite dahinter ernsthaft interessiert – es würde mir wahrscheinlich so, wie es jetzt ist, besser gefallen…

Okay, es ist viertel vor Neun und auf meiner Agenda stehen noch:
1. Wie funktioniert der Safe Search Filter?
2. Google News experimentiert mit Twitterintegration
3. Die Google News Video Sektion
4. Die NYT macht richtig Asche

Verdammt, SEO ist doch zu spannend, um es gekürzt abzuhandeln :-) Daher zu obigen Themen vorerst nur die entsprechenden Links, Details werden folgen, sobald ich mal wieder Zeit finde. Bis dahin!

5 Kommentare »

  • Axel der Autoschieber said:

    Solange die Deutschen Verlagen noch nix von der richtigen Integration der Werbeformen im Netz verstanden haben (zb. Adsense Optimierungen und keine Vergabe mehr Exklusivvermarktungen sondern mehr Dynamische Marktplätze zu nutzen) sehe ich da keine rosige Zukunft.

  • Nerd in Skirt (author) said:

    Dein Wort in Googles Ohr, Franzose! :-)

  • Tobi said:

    … Die meisten Affiliates/SEOs haben das im Gegenzug das Konzept von Premiumvermarktung und dessen Relevanz für die Verlage nicht verstanden – So hat jeder seine Brille ;-)

    Die Angst der Verlage ihr (zugegebenermaßen oft schrumpfendes) Premiumgeschäft zu untergraben ist definitiv berechtigt (denn das Premiumgeschäft macht i.d.R. einen signifikanten Teil der Vermarktungserlöse aus).

    Dynamische Marktplätze sind da aus Verlagssicht natürlich häufig Gift.

    Allerdings ist natürlich Affiliate insgesamt in der Verlagswelt noch nicht wirklich angekommen und dort sehe ich ebenfalls großes Potenzial für die Verlage.

  • Thomas said:

    Ich persönlich war schon immer der Meinung beim SEO nicht zu viel nachzudenken. War klar, dass GooglehHartes “nofollow” irgendwann bestraft. Fragt man Google wie jetzt zu optimieren ist, ist die einzige Antwort, die man bei jeder Frage bekommt.

    “Baue deine Seite für den User und nicht für Suchmaschinen, dann wirst du auch automatisch gut gerankt.”

    Bist jetzt ist diese Weisheit immer richtig gewesen.

  • Maxim said:

    @Thomas

    das musst du jetz einem sagen, der einen Shop unter tausenden betreibt und sich hochkämpen muss. Wenns ums Geldverdienen geht reicht diese Weisheit meistens nicht.

    Ich würde sagen: Baue deine Seite für den User, aber tu auch was für dein Ranking

    Grüße

    Maxim

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