SEO für Video: Mitnehmen, was geht!

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SEO für Video: host AND share

„If you host it you can also post it; as of now there is no duplicate content screen for video content.“

(Amanda Watlington at SES Toronto June 2009)

Beim Thema SEO für Videos kommt man zwangsläufig immer an den Punkt, an dem man sich die Frage stellt: „Soll ich das Video hosten oder bei YouTube hochladen?“ Zu beiden Richtungen findet man hervorragende und detaillierte Artikel im Netz, allerdings habe ich bisher noch nirgends einen Artikel dazu gefunden, wie man von beiden Optimierungsansätzen profitieren kann. Denn natürlich hoste ich mein Video selbst – doch selbstverständlich möchte ich auch auf meine YouTube-Aufmerksamkeit nicht verzichten! Daher hier eine kurze Step-by-Step-Anleitung für die Optimierung von Videos, die zugleich gehostet und bei YouTube publiziert werden. Werfen wir zunächst einen Blick auf die Ranking-Faktoren:

Was beeinflußt mein Ranking auf YouTube?

  • Ganz klassisch: der Einsatz von Keywords, Links und Tags in Titel und Beschreibung des Videos
  • Noch klassischer: viele und wertvolle externe Links auf das Video

YouTube berücksichtigt das Verhalten seiner User im Hinblick auf das Video. Daher sind wichtige Optimierungsansätze, um das Ranking auf YouTube zu verbessern:

  1. Wie oft wurde das Video betrachtet? In welcher Frequenz (zum aktuellen Zeitpunkt)?
  2. Welche und wieviele Bewertungen gibt es? (es gibt zudem Spekulationen, dass die Bewertung Einfluss auf Universal Search Einblendungen haben: je beliebter ein Video, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es als Universal Search Ergebnis in den SERPs auftaucht)
  3. Wie oft taucht das Video in den Favoriten von Usern auf?
  4. Wie oft wurde es auf Websites eingebunden?
  5. Wie oft taucht das Video in Playlists auf?
  6. Wieviele Videoantworten gibt es?
  7. Ist das Video eine Videoantwort zu einem populären Video?
  8. Wieviele Abonnenten hat der Channel?

Wie optimiere ich Videos auf meiner Website, die ich selbst hoste?

Wie bereits schon häufig erwähnt ist SEO für Videos in vielen Punkten das, was man als klassisches SEO kennt:

  1. Keywordoptimierte, individuelle und für das Video relevante Landing Page mit sprechender URL, passenden Meta-Angaben, geringer Ladezeit und unique Content
  2. Bei fehlender Inspiration einfach ein Transkript des Videos zur Verfügung stellen
  3. eine gute interne Verlinkung mit dem Begriff „Video“ und dem Masterkeyword des Videos
  4. Die Sitemap. Hier allerdings eine Video-Sitemap, die mit relevanten, zusätzlichen Informationen gefüttert wird, ständig aktualisiert und an Google geschickt bzw. angepingt wird. Die Synthax:Video-Sitemap
  5. Videospezifische Meta-Angaben wie XMP, RIFF INFO tags, MovieID tags, IDivX tags
  6. Offpage SEO wie gewohnt, unterstützend ist hier natürlich das erlaubte Einbetten des Videos. Dabei sollte man beachten: wenn man einen Embed-Code mit Backlink zur Landing Page zur Verfügung stellt, sollte man nach einer gewissen Zeit den Anchortext des Backlinks abändern.
  7. „Tweet this“, „facebook me“ etc.
  8. Veranstalte einen Riesenwirbel bei Twitter und Facebook!

Doch was muss ich nun beachten, wenn ich das Video hosten und zugleich bei YouTube veröffentlichen will?

  1. Branding: das Video sollte ein Wasserzeichen und eine URL enthalten
  2. das Video sollte zunächst auf der eigenen Website optimiert publiziert werden. Erst wenn das Video von Google indexiert wurde, sollte es auf YouTube veröffentlicht werden.
  3. Bei der Beschreibung auf YouTube sollte man darauf achten, dass sie nicht besser und umfangreicher ist als der Content auf der Landing Page.
  4. Sobald das Video auf YouTube veröffentlicht wurde, muss man es auf der eigenen Website hart verlinken.

Wenn man die Reihenfolge berücksichtigt, ist ein gleichzeitiges hosten und sharen des Videos überhaupt kein Problem, sondern eine empfehlenswerte Herangehensweise. Also dann: Film ab!

Nachtrag

Constantin hat in den Kommentaren eine Frage gestellt, die wohl jeden beschäftigt, der sich mit Video-Optimierung und YouTube auseinander setzt: wie kriege ich mit Hilfe eines YouTube-Videos Besucher auf meine Website? Und diese Frage möchte ich hier und nicht im Kommentar beantworten, da ich etwas ausholen muss:

1. First of all: User sind keine Maschinen

Was selbstverständlich klingt, wird im klassischen SEO gerne mal übersehen: User nutzen keinen Algorithmus. Wenn wir SEO machen, optimieren wir nach logischen Gesichtspunkten für eine Maschine, die nach einem bestimmten Regelwerk funktioniert. Beim User an sich funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr. Natürlich können wir für YouTube optimieren, um dort überhaupt vom User gefunden zu werden. Doch was kommt dann?

Hier sind die Grenzen des klassischen SEOs erreicht, denn jetzt heißt es: BUZZ erzeugen! User gewinnen!

Und wie mach ich das?

2. Content

Auch auf die Gefahr hin, dass es niemand mehr hören kann: der Content muss gut sein. Virale Effekte sind schwer zu berechnen, aber ein Blick auf erfolgreiche virale Aktionen läßt Muster erkennen, die man sich zunutze machen kann. So ist ein Video z.B. oft viral, wenn es nicht auf den ersten Blick als professioneller Content zu erkennen ist. Wenn es lustig ist, dieser Humor aber tendenziell eher mainstreamig und damit massentauglich ist, wenn denoch gewisse Grenzen überschritten werden, wenn etwas Besonderes, etwas Außergewöhnliches geboten wird und wenn man die Identifikationsfläche, die das Video bietet, so breit wie möglich gestaltet. Dabei kann diese breite Reaktion positiv oder negativ sein – in der viralen Welt ist das nahezu egal. Wie man bei Negativwerbung aus der Offline-Welt sicher schon häufig beobachten konnte, sind negative Reaktionen sogar oft heftiger, nachhaltiger und eben: viraler.

3. Build up your Brand!

Mach Dir einen Namen in der YouTube Gemeinde. Rein technisch durch das Verlinken Deiner Seite in Deinem Profil, in den Anmerkungen direkt im Video und durch das Einblenden Deiner URL. Durch SMO durch das Aufbauen einer Community, durch Kommunikation mit anderen Mitgliedern, durch das Reagieren auf deren Beiträge. Nimm ein erfolgreiches Video und poste eine entsprechende Antwort, kommentiere, zeige Interesse. Und sei freigiebig: gerade großen Websites, die viel unique Videocontent zur Verfügung haben, rate ich, einen Channel einzurichten und in diesem Channel einen Bruchteil der eigenen Videos zur Verfügung zu stellen. Nicht alle, das ist klar. Denn niemand, absolut niemand, kann zur Zeit mit YouTube konkurrieren und schnell wird sich das nicht ändern. Aber einen gewissen Prozentsatz der eigenen Videos kann und soll man sharen, wie in dem Artikel an sich ja schon klar wird. Also: kleine Websites können sehr viel Videocontent auf YouTube bereitstellen, Videoportale einen gewissen Anteil.

Gerne wird die Technik angewandt, fremde, erfolgreiche Videos herunterzuladen, die eigene URL ins Video einzubinden und das Video dann wieder bei YouTube hochzuladen. Ich habe mich nicht ausreichend mit der juristischen Seite beschäftigt, um zu wissen, wie sehr man dafür auf die Mütze kriegt, aber ich gehe fest davon aus, dass man dabei auf die Mütze kriegt. Also Finger weg! Vielmehr sei gerade größeren Unternehmen der nächste und abschließende Punkt ans Herz gelegt:

4. Mach SEO zu einem festen Bestandteil deiner Unternehmenspolitik!

Eure Marketingabteilung hat ein Budget für Fernsehwerbung, aber nicht für YouTube? Wieso das denn? Lasst Euch ein tolles Video von einer Agentur drehen, dass auf YouTube funktionieren kann. Bewerbt dieses Video: per Pressemitteilung, schaltet SEM-Anzeigen auf das Video, aktiviert Euren Twitter- und Facebookaccount. Mein Ideal ist immer noch, dass man SEO so sehr in ein Unternehmen eingepflanzt kriegt, dass man den Mitarbeitern eine Mail schreiben kann, in der steht: „Wir haben ein neues Video bei YouTube online. Wenn Sie heute abend zuhause sind, schauen Sie es sich bitte an. Nehmen Sie es in Ihre Favoriten auf, verbreiten Sie es, empfehlen Sie es.“ Natürlich ist die Realität eine andere: nicht viele Mitarbeiter haben Bock drauf, sich noch nach Feierabend mit dem eigenen Unternehmen auseinander zu setzen, viele sind nicht so onlineaffin, dass das überhaupt in Frage käme und sehr viele sehen den Sinn nicht darin, ein Video anzuklicken. Doch eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und die Kommunikation der Wichtigkeit dieses Thema im Unternehmen kann hier etwas bewirken.

Fazit: ich kann mein Ranking bei YouTube durch logische Schritte beeinflussen. Die User hingegen kann ich nur dadurch gewinnen, dass ich etwas gebe, dass es mir ernst damit ist, dass ich mir Mühe gebe, dass ich versuche, auf meine User einzugehen, dass ich Teil einer Gemeinschaft werde und dass ich tue, was ich als SEO immer tun sollte: guten, besonderen Content zur Verfügung stellen, der zu allererst den User im Auge hat, nicht meinen eigenen Benefit.

Nachtrag 2: heute verdammt guten Post von Yoast gelesen, den ich hier erwähnen muss:

Video SEO: A technical guide. Müßt Ihr lesen!
Warum? Nun, hier wird schön verständlich vorgestellt, wie ich die Videooptimierung technisch vorantreiben kann. Das Fazit auch hier: Mitnehmen, was geht!
Denn zur perfekten Videositemap solltet Ihr Eure Video-URLs noch per mRSS übermitteln, das Facebook Share in den Header packen und, wenn das technisch bei Euch gut machbar ist, die Kür mit Yahoo! Searchmonkey aka RDFa aka Rich Snippets draufpacken. Searchmonkey könnte in der Umsetzung etwas umständlich sein, wenn Ihr mit JavaScript Injection arbeitet und Euch dabei das object-Element fehlt. Daher die empfohlene Reihenfolge:
1. XML-Sitemap
2. Facebook Share
3. mRSS
4. Searchmonkey
Viel Erfolg!

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Author: Astrid Kramer

9 Kommentare

  1. Sehr schöner Beitrag. Habe heute auf twitter genau diese Frage gestellt. Da kam der Beitrag ja wie gerufen ;)
    Grüße Martin

  2. Hallo,

    eine sehr schöne Erklärung. Was vielleicht noch spannend wäre: Kann es gelingen, Traffic auf die eigene Seite zu ziehen, indem man dort Youtube-Videos einbinden? Wenn ja, wie?

    Liebe Grüße,
    Constantin

  3. DANKE
    für diesen staatstragenden Bei- und Nachtrag!
    youtube ich komme….

    Grüße,
    Borris

  4. Hi Astrid,
    sehr interessanter Post, vielen Dank!

    Das Anbieten der Videos in verschiedenen Formaten hilft auch noch ein bisschen bei der Verbreitung, da damit für jeden WS-Owner / Blogger das richtige Format dabei ist, dass er / sie einbinden möchte.

    Schens WE aus MUC,
    Manuel

  5. Hallo! Sehr schöner und vor allem gut geschriebenen Artikel. Kompliment!

  6. Klasse Artikel!

    Hab Deinen Blog gestern erst entdeckt – endlich mal eine Frau in der Banche :)

  7. hi astrid,
    danke für den 1a beitrag – ich bin gerade auf der recherche nach „video seo“ auf deinen blog gestoßen.

    zum thema hosten würde mich deine meinung interessieren, ob es seo technisch negativ ist die videos auf einer subdomain zu hosten? der aufbau wäre also der, dass ich über einen link ein neues fenster öffne und dort wird erst das video (subdomain) abgespielt.

    gruss
    thorsten

  8. Hi Thorsten,

    das Video kann auf einer Subdomain liegen (nur: warum?), sollte aber nicht in eine leere Seite, sondern eben in eine Landingpage mit viel relevantem Text etc. eingebettet sein. Wenn also der gesamte Content auf der Subdomain liegt (Video + Text), dann ist das okay. Wie gesagt, die Frage ist nur: warum willst Du das tun? Dann stärkst Du eben die Subdomain… was nicht geht ist: Text auf Hauptdomain, Videos auf Subdomain – das ist schlecht. Wie im Artikel beschrieben :-)

  9. Hallo Astrid,

    ein sehr interessanter Artikel, auf den ich gestoßen bin auf der Suche nach Informationen wie man ein Video mit Backlink bei Youtube ablegen kann. Gelten die Informationen noch (besonders der Nachtrag) oder ist das bereits veraltet? Ein Update im Jahre 2014 wäre jedenfalls schön … :-)

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