Usability

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Gerade heute morgen haben ich wieder bei Seokratie gelesen, dass „Usability immer noch ein weißer Fleck auf der Landkarte“ sei. Grund genug, mal einen kurzen Überblicksartikel zum Thema zu liefern.
Eins vorneweg: Usability war ein Thema, an dem man in der Informationswissenschaft in Saarbrücken nicht vorbei gekommen ist. Daher findet man auf dem Server der Infowiss (hier sind allerdings nicht alle Dateien frei zugänglich) oder im Infowiss-Wiki auch unzählige Dateien zum Thema. Einfach mal reinschauen, das Stöbern lohnt sich.

Usability: Definition

Nach ISO Norm 9241 ist die Usability oder Benutzerfreundlichkeit eines Produktes das Ausmaß, in dem das Produkt von einem bestimmten Benutzer verwendet werden kann, um bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.
Die drei Dimensionen der Usability sind also Effektivität (die Genauigkeit und Vollständigkeit, mit der ein Ziel erreicht wird), die Effizienz (die Relation von Aufwand zu Ergebnis) und die Zufriedenheit (User Experience) im Umgang mit dem Produkt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Definition ist der Fokus auf individuelle Anwender und Anwendersituationen: ein bestimmter Benutzer, der bestimmte Ziele in einem bestimmten Kontext erreichen will. Fragen der Usability können und sollen demnach nicht mit Pauschalaussagen beantwortet werden.

Eine weitere Definition liefert Usability-Ikone Jakob Nielsen: „Usability is the measure of the quality of the user experience when interacting with something – whether a web site, a traditional software application, or any other device the user can operate in some way or another.“

Usability-Testing: Ansätze

Beim Usability-Testing unterscheidet man zwischen nutzer- und expertenzentrierten Ansätzen. Beispiele für expertenzentrierte Evaluationsmethoden sind die Evaluation anhand von Guidelines & Checklisten, die Heuristische Evaluation und der Cognitive Walkthrough. Benutzerzentrierte Methoden sind unter Anderem Eyetracking, Produkttests nach Thinking-Aloud-Methode, Plus-Minus-Methode und Akzeptanztests mit der Fokusgruppe.

Web Usability Engineering als iterativer Prozess

Das Usability-Testing läuft zyklisch bzw. iterativ ab, d.h. man nähert sich der Problemlösung durch Rückkopplung: eine Erkenntnis führt zum nächsten Untersuchungsschritt, der abermals optimiert wird etc. Bestmögliche Ergebnisse erhält man beim Usability-Testing durch die Kombination nutzer- und expertenzentrierter Ansätze. Ein Ablaufschema:

Usability

Do-It-Yourself-Usability

Heimanwendern, denen kein Usability-Lab oder ein Expertenteam zur Seite stehen, liefern heuristische Evaluationsmethoden gute Anhaltspunkte zur Verbesserung der Usability der eigenen Website.

Kostenpflichtige Heuristiken

Die Seattle-Heuristiken
1. Comprehension Heuristic von Jan Spyridakis (frei erhältlich)
2. Heuristik Displaying Information on the Web von Thomas Williams
3. Role Playing Heuristics von Mary Coney und Michaël Steehouder
4. Die Heuristic for Web Navigation von David Farkas und Jean Farkas

Kostenfreier Klassiker: die Ten Rules von Jakob Nielsen

1. Visibility of system status
Statusmeldungen: das System sollte den User immer darüber informieren, was gerade geschieht. Dieses Feedback soll in einer angemessenen Zeit erfolgen.

2. Match between system and the real world
Das System soll die Sprache des Users sprechen und nicht mit Fachtermini arbeiten, die ein unangemessenes Vorwissen voraussetzen.

3. User control and freedom
User gehen gerne nach dem Trial-And-Error-Prinzip vor. Dabei möchten Sie beim Ausprobieren immer eine Möglichkeit haben, Entscheidungen rückgängig zu machen. Funktionen wie „Rückgängig machen“ oder „Löschen“ sollten unterstützt werden.

4. Consistency and standards
Plattform-Konventionen: die gleiche Aktion führt zur gleichen Reaktion. Das System soll stringend aufgebaut sein.

5. Error prevention
Im Idealfall passieren keine Fehler – das System soll Fehlern vorbeugen. Bevor User eine kritische Entscheidung treffen, soll das System den User darauf aufmerksam machen.

6. Recognition rather than recall
Das System soll vom User keine große Erinnerungsleistung fordern. Im Dialog sollte das System nicht vom User verlangen, dass er sich an Informationen erinnert, die ihm drei Schritte zuvor geliefert wurden.

7. Flexibility and efficiency of use

Ein flexibles System unterstützt Anfänger und bietet auf der anderen Seite erfahrenen Usern die Möglichkeit, Tasks abzukürzen.

8. Aesthetic and minimalist design
Dialoge sollten nur die notwendigen Informationen enthalten. Irrelevante Information soll vermieden werden.

9. Help users recognize, diagnose, and recover from errors
Fehlermeldungen sollen natürlichsprachig sein und einen Lösungsvorschlag bieten.

10. Help and documentation
Das System soll Hilfe- und Dokumentationsdateien liefern. Diese Dateien sollen leicht auffindbar, kurz und konkret formuliert sein und klare Handlungsanweisungen enthalten.
(Originalheuristik: Jakob Nielsen – www.useit.com)

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Author: Astrid Kramer

2 Kommentare

  1. Bist du auf dem Usability Day in Hamburg?

  2. wenn das mit der usability immer so einfach wäre. als entwickler ist man immer in seiner eigenen welt und hat irgendwann die rosarote brille auf, besonders wenn man sehr viel fachwissen hat. dann fällt es einem immer schwer sich in den kunden/besucher hineinzudenken…

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *