Was ist ein Keyword wert?

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Nachdem Markus diese Woche einen wirklich schönen Artikel über die Keyword-Recherche veröffentlicht hat, dachte ich mir, ich gehe mal der Frage auf den Grund, was ein Keyword eigentlich wert ist. Bevor ich dazu ins Detail gehe, hier eine Grafik mit den Faktoren, die meiner Meinung nach bei der Bewertung des Keywordwertes eine Rolle spielen (wem die Grafik deutlich genug ist, kann sich das Weiterlesen sparen *g*):

keyword-wert

Was bedeutet das nun?
Die Faktoren im Einzelnen:

KEI – Keyword Efficiency Index
Ein altbekannter Wert zur Ermittlung des Keyword-Wertes ist der Keyword Efficiency Index (KEI) nach Sumantra Roy. Was hochtrabend klingt, ist extrem simpel: beim KEI wird einfach das Suchvolumen in Relation zur Anzahl der gefundenen Dokumente gesetzt. Die Idee dahinter: es ist gut, wenn X häufig gesucht wird. Doch es ist noch besser, wenn es zu X nicht schon unzählige Websites gibt.

Also:
Suchvolumen / gefundene Dokumente = KEI

Was mich bei dieser Kennzahl stört, ist die Größe „gefundene Dokumente“. Um den Wert eines Keywords für SEO zu ermitteln, ist diese Kennziffer zu allgemein. Gehen wir davon aus, dass es zu einem Keyword 1.000.000 Dokumente im Google-Index gibt. Man kann in der Regel davon ausgehen, dass viele dieser Dokumente nicht keywordoptimiert sind und die entsprechenden Webmaster auch nicht gezielt auf ein gutes Ranking aus sind.

Für SEO interessieren mich aber die ersten zwei Seiten der SERPs (Seite 1 ist klar, Seite 2 bildet meine Chancen ab, auf Seite 1 zu kommen *g*). Daher beschäftigt mich doch hier die Frage: wieviele aktive Konkurrenten hab ich bei diesem Keyword? Und wie gut stehen meine Chancen, auf die Plätze 1-20 zu kommen?

Daher würde ich als weitere Messgröße die Mitbewerberdichte miteinbeziehen, die das Google Keywordtool ausspuckt. Bei der Mitbewerberdichte „wird die Menge der Kunden weltweit, die auf das betreffende Keyword bieten, in Relation zu allen Keywords bei Google angezeigt.“ (AdWords-Hilfe). Hier wird also die Menge der aktiven Konkurrenten um ein Keyword abgebildet (im Browser nur mit Hilfe eines grünen Balkens, wenn man sich die Daten jedoch als Excel-File runterlädt, bekommt man eine Kennziffer, mit der sich gut weiterrechnen lässt. Absolute Zahlen spuckt Google hier jedoch nicht aus, soweit geht das Mitteilungsbedürfnis dann auch nicht *g*).

Ein weiteres Indiz für den Wert eines Keywords ist das Longtailpotential des Keys. Das Keywordtool von Google spuckt zu einem Keyword zwei interessante Werte aus:

1. Das durchschnittliche Suchvolumen für das exakte Keyword
2. Das durchschnittliche Suchvolumen für das Keyword im Modus „weitgehend“

Exakt bedeutet, dass eben nach exakt diesem Keyword oder dieser Keywordphrase gesucht wird. Weitgehend heißt, dass hier auch die Zahl der Suchanfragen nach ähnlichen Wortgruppen und relevanten Variationen ausgegeben wird.
Interessant ist nun das Verhältnis der beiden Werte zueinander: je größer die Differenz zwischen Weitgehend und Exakt, desto größer ist das Longtailpotential des Keywords. Gerade bei hart umkämpften Keys kann es also durchaus Sinn machen, den Fokus auf die Longtailoptimierung zu legen.

Auch interessant ist die Schätzung zum durchschnittlichen Cost per Click. Hier lässt sich ebenfalls ablesen, wie umkämpft ein Keyword ist und wie gut es konvertiert.

Wenn man schon zu einem Keyword rankt, kann man sich bei Google Analytics ansehen, wieviel Traffic mir ein Keyword bringt. Diese Zahl ist nicht unerheblich, allerdings sollte man dabei bedenken, dass mangelnder Traffic z.B. aus einem miesen Snippet-Design resultieren kann. Daher wird diese Kennzahl bei der Bewertung eines Keywords nicht zu stark gewichtet, aber ganz außer Acht lassen sollte man sie auch nicht.

Wenn ich aufgrund dieser Berechnungen einen überschaubaren Pool neuer Keywords extrahiert habe (unter „neu“ verstehe ich hier alle Keys, für die ich nicht auf den Plätzen 1-20 ranke), kann ich mir diese Keys manuell gezielter betrachten. Dabei kann ich nun untersuchen, ob die Keys saisonalen Schwankungen unterliegen, was ich bei der Optimierung berücksichtigen muss, wie sich die Keys trendmäßig entwickeln (dabei kann man Quellen wie die Twitter Trends, Rising Searches bei Google etc. zu Rate ziehen) und mir den Verwandtschaftsindex der Keys ansehen. Unter Verwandtschaftsindex verstehe ich die semantische Beziehung des Begriffes zu meinem Webangebot. Hier sollte man einfach manuell prüfen, wie einfach oder schwierig sich das Erstellen von neuem Content zu diesem Key gestalten würde.

Und jetzt wünsche ich Seodeluxe ganz viel Erfolg mit dem LINKBAIT DES JAHRES!

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Author: Astrid Kramer

4 Kommentare

  1. Die Idee zur Berechnung des Longtailpotential finde ich sehr gut. Danke, dafür ;-)

  2. Ich stimme dir zu, dass man nicht einfach die Anzahl an gefundenen Dokumenten für die Konkurrenzanalyse verwenden sollte. Aber bei der Mitbewerberdichte bin ich etwas skeptisch. Hast du schon mal überlegt die Anzahl der Suchergebnisse für:
    allintitle:keyword
    allinanchor:keyword
    zu verwenden? Dadurch kann man ja so ca. sehen wer sich um SEO gedanken macht für das jeweilige Keyword.

  3. @Adrian: schöner Hinweis, danke!

  4. Super Antoß, Astrid, das macht gleich Lust, die Geschichte in eine Formel zu gießen. Die Idee mit den Allinanchor-Abfragen zur Wettbewerbs-Einschätzung ist ne klasse Erweiterung.

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