What would Google do?

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Jeff Jarvis im Gespräch mit der ZEIT auf der Frankfurter Buchmesse 2008

Zurück von der Frankfurter Buchmesse, hier erste Eindrücke von einer verdammt gut besuchten Halle 3 (wir sind kaum weiter gekommen) und einem ausgesprochen interessanten Interview bei der ZEIT mit Jeff Jarvis, Autor des Blogs BuzzMachine.

Weitere Fotos gibt’s übrigens unter www.flickr.com/photos/nerd-in-skirt

Worum ging’s?
Jeff Jarvis stellte sein neues Buch What Would Google Do? vor, das voraussichtlich im April 2009 in Deutschland erscheinen wird.

Das Gespräch war spannend, trafen hier doch zwei Welten aufeinander: auf der einen Seite Jeff Jarvis, der mit ungebremstem Enthousiasmus über das Bloggen, Flickr, Twitter und weitere Social Media-Dienste sprach, auf der anderen Seite das deutsche Publikum, dessen Fragen nahezu immer in die Richtung „Google hat zuviel Macht, was ist mit Datenschutz, die User werden ausgebeutet“ etc. lief. Eine dieser Fragen fand ich besonders bezeichnend. Es ging darum, Geschäftsmodelle zu entwickeln, die darauf aufbauen, in der Beta-Phase zu launchen und die User, die das Produkt in dieser Phase bereits verwenden, an der Weiterentwicklung teilhaben zu lassen. Kurz: ich mache meine User zu Beta-Testern und profitiere von ihren Kommentaren zum unfertigen Produkt. Für uns Web 2.0er eine Selbstverständlichkeit. Im Publikum allerdings wurde kritisch angemerkt: „Ja, aber der User profitiert ja nicht finanziell davon! Das heißt, er wird ausgenutzt!“

Ich frage mich: ist das eine typisch deutsche Einstellung? Brauchen wir den direkten finanziellen Benefit, um nicht in die Paranoia abzugleiten, ausgebeutet zu werden? Wie stehen die Amerikaner zu dieser Thematik? Was meint Ihr? Jarvis antwortete darauf, dass der User ja im Umkehrschluss von einem verbesserten Produkt profitiert. Ich habe Jeff eine Mail geschrieben und ihn gefragt, ob diese Skepsis, dem Web 2.0 gegenüber, ein typisch deutsches Phänomen ist. Seine Antwort

Doch worum geht es nun bei What Would Google Do?„?
Die einschneidensten Thesen möchte ich hier mal kurz zusammenfassen:

1. Small is the new big
Jeff Jarvis spricht über Amazon, einen Global Player, der eindeutig in die Kategorie „BIG“ fällt, dieses jedoch unter Anderem dadurch erreicht hat, dass Amazon mit seinem Partnerprogramm unzählige „Kleine“ vernetzt, nutzt und entlohnt. Auf Geschäftsmodelle im Internet übertragen bedeutet das nichts Anderes als: wer heutzutage die User nicht mit einbezieht und somit nicht vom Input der Internetgemeinde profitiert, macht etwas Grundlegendes falsch.

2. Mache Fehler. Aber richtig!
Das bereits beschriebene Konzept: ein Produkt unfertig veröffentlichen und von den Reaktionen der zukünftigen Konsumenten profitieren und auf ihre Wünsche und Vorschläge reagieren. Jeff Jarvis sieht in Deutschland das Problem, dass wir „immer perfekt sein wollen“ und uns daher mit dem Gedanken schwer tun, mit einem Produkt auf den Markt zu gehen, dass noch fehlerbehaftet ist.

3. Setze auf Innovation.
Laut Jarvis sind Google-Mitarbeiter dazu angehalten, 20% ihrer Arbeitszeit ausschließlich der Entwicklung neuer Techniken, Ideen und Konzepte zu widmen. Auf unser Nine-to-Five-Modell übertragen bedeutet das: die Mitarbeiter investieren einen kompletten Arbeitstag pro Woche in die Forschung und Weiterentwicklung. Eine Idee, die Schule machen sollte. Ich möchte gar nicht darüber nachdenken, wieviel Potential in Unternehmen dadurch verschenkt wird, dass man den klugen Köpfen nicht den notwendigen Freiraum einräumt, um innovativ zu sein.

Google auf der Frankfurter Buchmesse
Über den Google-Stand kann ich leider kaum etwas sagen. Wir erreichten Halle 8 erst gegen halb sieben abends. Um diese Zeit war die Halle mit den „international publishers“ bereits völlig ausgestorben, was die Security jedoch nicht daran hinderte zu fragen:“Haben Sie ein Messer dabei?“ In keiner anderen Halle war dies nötig gewesen. Gute Antwort unseres Bookpistols-Gastes Joey: „Nein. Nur Schusswaffen.“ Auf jeden Fall war der Google-Stand klein, leer und ausgestorben. Ich werde nächstes Jahr wieder dort sein und dann früher bei Google aufschlagen, vielleicht kann ich dann mehr dazu sagen. Zum Abschluss noch ein Bild vom Stand:

Sharing is caring <3Share on FacebookShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn

Author: Astrid Kramer

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.